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Empfehlungen zu Volker Eckert
Die Spuren auf Europas Straßen
Es sind Orte, die kaum jemand miteinander in Verbindung bringt. Landstraßen in Deutschland, Rastplätze in Frankreich, abgelegene Strecken in Spanien und Italien. Für die meisten sind es lediglich Wege von A nach B. Für Volker Eckert werden sie über Jahre hinweg zu Tatorten.
Eckert wurde am 1. Juli 1959 in Plauen geboren und wuchs in der damaligen DDR auf. Über seine frühen Jahre ist nur wenig eindeutig dokumentiert. Spätere Berichte sprechen von auffälligem Verhalten, doch vieles davon lässt sich nicht zweifelsfrei belegen. Was bleibt, sind Bruchstücke und ein späteres Muster, das sich klar erkennen lässt. Als Erwachsener arbeitet Eckert unter anderem als Fernfahrer. Ein Beruf, der ihm Bewegungsfreiheit verschaffte. Ländergrenzen verlieren an Bedeutung, Straßen werden zu Verbindungslinien und gleichzeitig zu einem Raum, in dem Begegnungen flüchtig bleiben. Seine Opfer sind Frauen. Viele von ihnen sind allein unterwegs. Einige trampen, andere sind auf Reisen. Es sind Situationen, in denen Vertrauen schnell entsteht und ebenso schnell missbraucht werden kann. Mindestens sechs dieser Begegnungen enden tödlich.
Die Methode ist in mehreren Fällen identisch: Es handelt sich um Strangulation. Dies ist eine Form der Gewalt, die Nähe erfordert und Kontrolle voraussetzt. Die Taten ziehen sich über Jahre hinweg und sind auf mehrere europäische Länder verteilt. Gerade diese Mobilität trägt dazu bei, dass die Zusammenhänge lange unentdeckt bleiben. Wie viele Opfer es tatsächlich gab, ist unklar. Eckert selbst spricht nach seiner Festnahme von weiteren Taten. Ermittler halten zusätzliche Fälle für möglich. Doch nicht alles lässt sich überprüfen. Hier verschwimmen gesicherte Fakten und die Aussagen eines Täters, dessen Angaben nicht vollständig belegbar sind.
Erst im November 2006 reißt die Serie abrupt ab. In der Nähe von Bayreuth gerät Eckert in eine Polizeikontrolle. Was zunächst wie eine Routinekontrolle wirkt, entwickelt sich innerhalb weniger Minuten zu einem Wendepunkt. In seinem Fahrzeug finden die Beamten Leichenteile einer Frau. Ein Fund, der keinen Zweifel mehr zulässt. Eckert wird festgenommen. In den folgenden Vernehmungen gesteht er mehrere Morde. Einige seiner Aussagen können durch Ermittlungen bestätigt werden, andere bleiben offen. Ein vollständiges Bild entsteht nie.
Bevor alle Fragen geklärt sind, nimmt der Fall eine unerwartete Wendung. Am 2. Juli 2007 wird Volker Eckert tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden. Die offizielle Todesursache lautet Suizid.
Was bleibt, ist eine Serie nachweisbarer Morde und die Möglichkeit weiterer Taten, die sich nie vollständig rekonstruieren lassen. Ein Täter, der sich über Jahre hinweg im Schatten bewegte, geschützt durch die Anonymität der Straße. Und ein Netz aus Spuren, das sich über ganz Europa zieht, ohne je vollständig sichtbar zu werden.