SERIENKILLER

Tatzeitraum & Opfer

Aktiv von 1885
Bis 1894
Bestätigte Opfer 4
Aktionsradius Melbourne
Opfergruppen Verwandtschaft und weitere

Modus Operandi & Motive

Modus Operandi Verabreichung von Gift (Arsen)
Hauptmotive Finanzieller Gewinn

Rechtliches

Festnahmejahr 1894
Urteil Todesurteil
Bild 1
Archivseite aus dem Gefängnisregister mit Fotos von Martha Needle, 1894. (Public Domain / Public Record Office Victoria)
Bild 2
Martha Needle, fotografiert in den 1880er-Jahren. (Public Domain / Wikimedia Commons)
Bild 3
Gefängnisfoto von Martha Needle aus dem Prison Register von 1894. (Public Domain / Public Record Office Victoria)


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Martha Needle – Die Giftmörderin von Adelaide
In den 1880er- und frühen 1890er-Jahren erschütterten mehrere rätselhafte Todesfälle Familien im Süden Australiens. Die Opfer starben scheinbar an plötzlichen Krankheiten, doch hinter den tragischen Ereignissen steckte eine der frühesten bekannten Serienmörderinnen des Landes: Martha Needle.

Martha Needle wurde 1863 im Vorort Richmond in Melbourne, Victoria, geboren. Ihre Kindheit war von Armut und familiären Spannungen geprägt. Nachdem ihr Vater früh gestorben war, heiratete ihre Mutter erneut. Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter galt als äußerst schwierig. Zeitgenossen beschrieben Martha als dominanten, impulsiven Menschen mit starkem Temperament. In den 1880er-Jahren begann eine Reihe von Todesfällen in ihrem engsten Umfeld. Der erste bekannte Fall ereignete sich im Jahr 1885, als ihr Stiefvater Joseph Needle plötzlich schwer erkrankte und starb. Noch im selben Jahr folgte der nächste Todesfall: Mary Ann Needle, Martha selbst. Beide Todesfälle wurden zunächst als natürliche Krankheiten eingeordnet, was in einer Zeit, in der medizinische Untersuchungen noch begrenzt waren, nicht ungewöhnlich war.

Doch die Serie setzte sich fort. Im Jahr 1889 starb Marthas Bruder Douglas Francis Needle nach kurzer Krankheit. Zwei Jahre später, im Jahr 1891, traf es ihren jungen Neffen Louisa Spicer. Auch hier schien zunächst nichts Ungewöhnliches vorzuliegen. Erst später stellte sich heraus, dass alle Opfer eines gemeinsam hatten: Sie waren mit Martha verwandt und mit Arsen vergiftet worden.

Arsen war im 19. Jahrhundert vergleichsweise leicht erhältlich. Es wurde häufig als Ratten- oder Schädlingsbekämpfungsmittel verkauft und galt als schwer nachweisbar. Für eine Täterin, die ihre Opfer unauffällig töten wollte, war es somit das perfekte Mittel. Der entscheidende Wendepunkt kam im Jahr 1894: Martha Needle hatte eine Beziehung mit einem Mann namens Louis Juncken, der bereits verheiratet war. Um mit ihm zusammenleben zu können, beschloss sie offenbar, seine Ehefrau aus dem Weg zu räumen.

Sie vergiftete Bertha Juncken, indem sie ihr Arsen verabreichte. Doch diesmal lief nicht alles nach Plan. Die Frau wurde schwer krank und die Ärzte wurden misstrauisch. Bei medizinischen Untersuchungen entdeckten sie Arsen in ihrem Körper. Die Polizei begann zu ermitteln und geriet schnell ins Visier.

Als die Ermittler den Hintergrund der Verdächtigen überprüften, stießen sie auf eine auffällige Häufung von Todesfällen in deren Umfeld. Mehrere frühere Opfer wurden exhumiert. Die forensischen Untersuchungen ergaben ein eindeutiges Ergebnis: In den Leichen befanden sich deutliche Spuren von Arsen.

Der Fall entwickelte sich rasch zu einem der aufsehenerregendsten Mordprozesse Australiens im 19. Jahrhundert. Die Staatsanwaltschaft präsentierte zahlreiche Beweise: Zeugenaussagen, Giftkäufe, Versicherungsunterlagen und medizinische Gutachten. Besonders verdächtig war, dass Martha in mehreren Fällen finanzielle Vorteile nach den Todesfällen erhielt, etwa durch Versicherungen oder Erbschaften.

Im Jahr 1894 wurde Martha Needle schließlich vor Gericht gestellt. Die Presse verfolgte den Prozess mit großem Interesse und bezeichnete sie als eine der gefährlichsten Giftmörderinnen des Landes. Das Urteil fiel eindeutig aus: Martha Needle wurde des Mordes für schuldig befunden. Am 22. Oktober 1894 wurde Martha Needle im Adelaide Gaol in South Australia gehängt. Sie war 31 Jahre alt. Damit gehört sie zu den wenigen Frauen in der australischen Geschichte, die wegen Mordes hingerichtet wurden.

Der Fall Martha Needle gilt heute als eines der frühesten dokumentierten Beispiele für Serienmord durch Gift in Australien. Ihre Opfer stammten überwiegend aus ihrem engsten Umfeld – ein Muster, das Kriminologen heute häufig bei sogenannten „Profit-Killern” oder „Black Widow”-Tätern beobachten.

Mehr als ein Jahrhundert später ist ihr Name noch immer ein düsteres Kapitel der australischen Kriminalgeschichte und ein Beispiel dafür, wie tödlich Misstrauen, Gier und Gift sein können.


Weitere dokumentierte Hinweise

1

Chronologische Liste der Vergiftungen von Martha Needle
Die Mordserie der australischen Giftmörderin Martha Needle erstreckte sich über fast ein Jahrzehnt. Lange Zeit wirkten die Todesfälle wie tragische Krankheitsfälle innerhalb einer Familie. Erst Jahre später erkannten die Ermittler das Muster – und die Spur führte immer wieder zu derselben Person.

1885 – Der Tod des Stiefvaters
Der erste bekannte Todesfall ereignete sich im Jahr 1885: Marthas Stiefvater Joseph Needle wurde plötzlich schwer krank. Er litt unter starken Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Symptome, die damals häufig mit Magenkrankheiten verwechselt wurden. Nach kurzer Zeit starb er. Zu diesem Zeitpunkt ahnte niemand, dass er möglicherweise Opfer einer Vergiftung geworden war. Erst Jahre später, als sein Körper exhumiert wurde, fanden Ärzte Arsenrückstände, die auf eine vorsätzliche Vergiftung hindeuteten.

1885 – Der Tod der eigenen Mutter
Nur wenige Monate nach dem Tod ihres Stiefvaters traf die Familie der nächste Schicksalsschlag. Mary Ann Needle, Marthas Mutter, erkrankte plötzlich und starb nach kurzer, heftiger Krankheit. Die Symptome ähnelten denen ihres verstorbenen Ehemanns: starke Magenkrämpfe, Erbrechen und eine rasche körperliche Verschlechterung. Auch dieser Tod wurde zunächst als natürliche Krankheit angesehen. Erst nach der späteren Exhumierung entdeckten die Ermittler Arsen im Körper der Verstorbenen – ein weiterer Hinweis auf Mord.

1889 – Der Tod des Bruders
Vier Jahre später traf es ein weiteres Familienmitglied. Marthas Bruder Douglas Francis Needle wurde krank und starb im Jahr 1889, wie in den vorherigen Fällen zunächst scheinbar an einer plötzlich auftretenden Krankheit. Da in der damaligen Zeit viele Todesfälle nicht genauer untersucht wurden, erregte auch dieser Fall zunächst keine polizeiliche Aufmerksamkeit. Als die Polizei jedoch später begann, alte Todesfälle im Umfeld von Martha Needle zu untersuchen, wurde auch sein Körper exhumiert. Die Untersuchung ergab erneut Arsen im Gewebe.

1891 – Der Tod des Neffen
Der vierte bekannte Todesfall betraf Louisa Spicer, einen jungen Verwandten aus Marthas Familie. Das Kind starb im Jahr 1891 nach einer schnellen Erkrankung. Wie zuvor wurde der Tod zunächst nicht als Verbrechen erkannt. Erst Jahre später, als die Ermittlungen gegen Martha Needle bereits liefen, nahmen die Behörden auch diesen Fall erneut unter die Lupe. Auch hier fanden Mediziner bei der Exhumierung Spuren von Arsen, was den Verdacht bestätigte, dass die Todesfälle miteinander verbunden waren.

1894 – Der Mordversuch an Bertha Juncken
Der Fall, der schließlich zur Entlarvung der Täterin führte, ereignete sich im Jahr 1894: Martha Needle hatte eine Beziehung mit dem verheirateten Louis Juncken. Um mit ihm zusammenleben zu können, versuchte sie, dessen Ehefrau Bertha Juncken zu vergiften. Sie verabreichte ihr Arsen, woraufhin diese schwer erkrankte. Doch diesmal überlebte das Opfer zunächst lange genug, damit die Ärzte misstrauisch wurden. Medizinische Untersuchungen zeigten Arsen im Körper der Frau, und die Polizei begann zu ermitteln.


Die Ermittlungen
Nachdem Martha Needle als Verdächtige identifiziert worden war, überprüften die Ermittler frühere Todesfälle in ihrem Umfeld. Mehrere Leichen wurden exhumiert und die Ergebnisse bestätigten die schlimmsten Befürchtungen der Polizei. In den Körpern mehrerer verstorbener Familienmitglieder fanden sich Arsenrückstände. Damit stand fest, dass es sich nicht um einzelne Vorfälle handelte, sondern um eine Serie von Giftmorden, die sich über Jahre hinweg ereignet hatten.

1894 – Prozess und Urteil
Der Prozess gegen Martha Needle fand im Jahr 1894 in Adelaide statt. Die Beweise, darunter Giftkäufe, medizinische Gutachten und Zeugenaussagen, führten schließlich zu einem Schuldspruch wegen Mordes.

22. Oktober 1894 – Hinrichtung
Martha Needle wurde am 22. Oktober 1894 im Adelaide Gaol durch den Strang hingerichtet. Sie war 31 Jahre alt. Ihre Mordserie gilt heute als eines der frühesten dokumentierten Beispiele für Serienmord mit Gift in Australien.

2

Wenig bekannte Fakten aus Gerichtsakten über Martha Needle
Der Prozess gegen Martha Needle im Jahr 1894 in Adelaide zählt zu den aufsehenerregendsten Mordverfahren des 19. Jahrhunderts in Australien. Neben den bekannten Fakten enthalten historische Gerichtsprotokolle und Zeitungsberichte zahlreiche Details, die heute kaum noch erwähnt werden. Im Folgenden sind einige weniger bekannte, belegte Fakten aus Ermittlungsakten, Zeugenaussagen und Prozessberichten zusammengestellt.

Martha Needle konnte kaum lesen oder schreiben
Aus Gerichtsunterlagen und Aussagen aus ihrem Umfeld geht hervor, dass Martha Needle nur über eine sehr begrenzte Schulbildung verfügte. Sie galt als nahezu analphabetisch. Viele Dokumente, darunter Versicherungsunterlagen, ließ sie von anderen Personen ausfüllen oder sich von ihnen erklären.

Arsen wurde mehrfach in kleinen Mengen gekauft
Während des Prozesses berichteten Händler, dass Martha Needle wiederholt kleine Mengen Arsen gekauft hatte. Das Gift wurde damals häufig als Ratten- oder Schädlingsgift verkauft und war relativ leicht erhältlich. Gerade diese wiederholten Käufe waren ein wichtiger Punkt der Anklage.

Die Polizei exhumierte mehrere Leichen
Ein entscheidender Moment der Ermittlungen war die Entscheidung, frühere Todesfälle aus ihrem Umfeld erneut zu untersuchen. Mehrere Opfer wurden exhumiert. Forensische Untersuchungen ergaben nachweisbare Mengen von Arsen in den Körpern – ein damals schon bekannter Beweis für Giftmord.

Die Ermittler wurden durch Ärzte auf die Spur gebracht
Der Fall nahm erst richtig Fahrt auf, als die Ärzte bei Bertha Juncken eine ungewöhnliche Erkrankung feststellten. Typische Hinweise auf eine Arsenvergiftung waren starke Magenkrämpfe, Erbrechen und brennende Schmerzen im Verdauungstrakt. Diese Beobachtungen führten schließlich zu einer chemischen Analyse.

Ihr Geliebter wurde ebenfalls verhaftet
Auch Louis Juncken, mit dem Martha Needle eine Beziehung hatte, wurde festgenommen. Die Ermittler vermuteten zunächst eine Mittäterschaft oder zumindest Kenntnis von der Tat. Letztlich konnte jedoch keine direkte Beteiligung nachgewiesen werden, weshalb er freigesprochen wurde.

Die Presse berichtete täglich über den Prozess
Der Prozess wurde von den australischen Zeitungen intensiv begleitet. Mehrere Zeitungen veröffentlichten tägliche Berichte aus dem Gerichtssaal. Die Geschichte einer Frau, die angeblich ihre eigene Familie vergiftet hatte, sorgte für enorme Aufmerksamkeit.

Die Geschworenen brauchten nicht lange für das Urteil
Zeitungsberichte aus der damaligen Zeit zufolge einigte sich die Jury relativ schnell auf ein Urteil. Die Kombination aus Arsenfunden, Zeugenaussagen, Giftkäufen und der Häufung von Todesfällen galt als überzeugende Beweislage.

Die Hinrichtung fand im Adelaide Gaol statt
Nach ihrem Schuldspruch wurde Martha Needle im Adelaide Gaol hingerichtet. Das Gefängnis war damals der zentrale Ort für Hinrichtungen in South Australia. Sie starb am 22. Oktober 1894 durch den Strang.

Einer der wenigen Fälle einer hingerichteten Frau in Australien
Martha Needle gehört historisch zu den sehr wenigen Frauen in Australien, die wegen Mordes hingerichtet wurden. Die meisten weiblichen Täterinnen erhielten zu dieser Zeit eher lange Haftstrafen oder wurden begnadigt.

Historiker vermuten weitere Opfer
Einige Kriminalhistoriker vermuten, dass die Zahl der Opfer tatsächlich höher gewesen sein könnte. Da viele Todesfälle im 19. Jahrhundert medizinisch kaum untersucht wurden, sind möglicherweise weitere Vergiftungen unentdeckt geblieben.

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