SERIENKILLER

Tatzeitraum & Opfer

Aktiv von 1958
Bis 1963
Bestätigte Opfer 8
Aktionsradius Perth, Australien
Opfergruppen Männer, Frauen

Modus Operandi & Motive

Modus Operandi Erschießen, Überfahren
Hauptmotive unterdrückter Wut, schweren Minderwertigkeitskomplexen, dem Bedürfnis nach Macht über andere Menschen

Rechtliches

Festnahmejahr 1963
Urteil Hinrichtung durch den Strang
Hinrichtungsjahr 1964
Bild 1
Eric Edgar Cooke, Polizeifoto nach seiner Festnahme 1963 – Quelle: Western Australia Police / Wikimedia Commons
Bild 2
Eric Edgar Cooke in Polizeigewahrsam 1963 – Western Australia Police / Wikimedia Commons
Bild 3
Quelle: Western Australia Police / Wikimedia Commons


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Eric Edgar Cooke – Der erste Serienmörder von Perth
In den frühen 1960er-Jahren wurde die sonst so ruhige Stadt Perth von einer Reihe scheinbar völlig unzusammenhängender Gewalttaten erschüttert. Menschen wurden nachts auf der Straße erschossen, ein junges Paar starb bei einem brutalen Einbruch und mehrere Personen wurden von einem Auto erfasst und tödlich verletzt. Die Polizei stand vor einem Rätsel, denn die Taten wirkten chaotisch, die Opfer hatten nichts gemeinsam und die Methoden unterschieden sich stark voneinander. Erst später wurde klar, dass all diese Verbrechen von einem einzigen Mann begangen wurden: Eric Edgar Cooke, einer der berüchtigtsten Serienmörder Australiens.

Eric Edgar Cooke wurde am 25. Februar 1931 in Perth, Western Australia, geboren. Seine Kindheit war von Gewalt und Instabilität geprägt. Sein Vater, Edward Cooke, war alkoholkrank und galt als äußerst brutaler Mann, der seine Familie regelmäßig misshandelte. Körperliche Züchtigung gehörte für die Kinder zum Alltag, und Eric wuchs in einem Klima der Angst auf.

Hinzu kam, dass Cooke mit einer Lippen- und Gaumenspalte geboren wurde. Obwohl diese operativ behandelt wurde, litt er weiterhin unter Sprachproblemen und einem auffälligen Aussehen. In der Schule wurde er deshalb häufig verspottet und ausgegrenzt. Zeitzeugen berichteten später, er sei ein zurückgezogenes und unsicheres Kind gewesen, das kaum Freunde hatte. Bereits als Jugendlicher geriet er mit dem Gesetz in Konflikt. Er begann mit Einbrüchen, Diebstählen und kleineren Straftaten, die sich im Laufe der Jahre häuften.

Cooke trat 1949 der Royal Australian Navy bei. Seine militärische Karriere war jedoch von kurzer Dauer. Disziplinprobleme, Diebstahl und andere Verstöße führten schließlich zu seiner Entlassung.

1953 heiratete er Barbara Ann Thomas, mit der er später sieben Kinder bekam. Nach außen hin führte er ein relativ unauffälliges Leben als Arbeiter und Familienvater. Seine Nachbarn beschrieben ihn später als ruhig und höflich – nichts deutete darauf hin, dass er nachts ein Doppelleben führte. Doch hinter dieser Fassade entwickelte sich eine zunehmend obsessive Kriminalität.

Cooke begann in den späten 1950er-Jahren eine lange Serie von Verbrechen. Er brach in Häuser ein, stahl Autos und sammelte gestohlene Waffen. Dabei beging er immer riskantere Taten. Nach seiner Festnahme ergaben Ermittlungen, dass er für mehr als 250 Einbrüche verantwortlich war. Besonders auffällig war seine Faszination für Schusswaffen. Viele der bei Einbrüchen gestohlenen Waffen nutzte er später bei Angriffen. Was ihn jedoch von vielen anderen Kriminellen unterschied, war seine extreme Unberechenbarkeit.

In den Jahren zwischen 1958 und 1963 kam es in Perth zu einer Häufung mysteriöser Gewalttaten. Einige Opfer wurden erschossen, andere erstochen. Zwei junge Frauen starben, nachdem sie von einem Auto erfasst worden waren. Wieder andere wurden nachts auf offener Straße attackiert. Die Polizei vermutete zunächst keinen Serienmörder, da die Verbrechen kein klares Muster aufwiesen. Männer und Frauen wurden gleichermaßen angegriffen. Die Opfer waren Teenager und Erwachsene. Die Tatorte lagen in verschiedenen Stadtteilen. Die Tatmethoden wechselten zwischen Schusswaffen, Messerangriffen und Fahrerflucht. Gerade diese Vielfalt machte Cooke zu einem besonders schwer zu fassenden Täter. Im Laufe der Ermittlungen wurden ihm mindestens acht Morde zugeschrieben. Die Opfer waren für Cooke im Grunde zufällige Ziele. Viele hatten ihn nie zuvor gesehen.

Besonders tragisch ist, dass zwei Männer bereits wegen Verbrechen verurteilt wurden, die in Wahrheit von Cooke begangen wurden. So wurde der gehörlose Mann Darryl Beamish beispielsweise wegen der Ermordung von Evans und Walker verurteilt. Auch John Button erhielt eine Haftstrafe für einen Mord, den Cooke später gestand. Erst Jahre später wurden beide Männer rehabilitiert. Der Fall gilt heute als eines der bekanntesten Justizversagen in der australischen Geschichte.

Cookes Verbrechensserie endete 1963, als es Ermittlern mithilfe ballistischer Untersuchungen gelang, mehrere Schießereien miteinander in Verbindung zu bringen. Ein gestohlenes Gewehr führte zu ihm. Er wurde am 1. August 1963 verhaftet. Während der Verhöre begann er überraschend offen zu sprechen. Er gestand eine lange Liste von Straftaten, darunter mehrere Morde, Schussangriffe und zahlreiche Einbrüche. Viele Ermittler waren schockiert über die Gleichgültigkeit, mit der er über seine Taten berichtete.

Im Jahr 1964 wurde er vor Gericht gestellt. Der Prozess erregte in ganz Australien große Aufmerksamkeit. Die Beweislage war erdrückend. Neben seinem Geständnis gab es ballistische Beweise und weitere Indizien. Das Gericht verurteilte ihn schließlich zum Tode durch den Strang. Cooke akzeptierte das Urteil weitgehend und legte kein ernsthaftes Berufungsverfahren ein. Am 26. Oktober 1964 wurde Eric Edgar Cooke im Fremantle Prison hingerichtet. Er war 33 Jahre alt. Seine Hinrichtung markierte ein historisches Ereignis, denn er war der letzte Mensch, der im Bundesstaat Western Australia hingerichtet wurde.

Bis heute betrachten Kriminologen Cooke als einen der ungewöhnlichsten Serienmörder Australiens. Im Gegensatz zu vielen Serienkillern folgte er keinem klaren Muster. Seine Opfer wurden zufällig ausgewählt, seine Methoden wechselten ständig und viele seiner Taten wirkten impulsiv. Diese Unberechenbarkeit machte ihn besonders gefährlich und erschwerte den Ermittlern jahrelang die Arbeit.


Weitere dokumentierte Hinweise

1

Die Mordserie von Eric Edgar Cooke – Chronologie seiner Angriffe
Ende der 1950er-Jahre begann in der australischen Stadt Perth eine Serie mysteriöser Gewaltverbrechen, die zunächst niemand miteinander in Verbindung brachte. Menschen wurden nachts aus dem Hinterhalt beschossen, Autos wurden plötzlich unter Feuer genommen, und mehrere Opfer starben unter scheinbar völlig unterschiedlichen Umständen. Die Polizei stand vor einem Rätsel. Die Taten wirkten chaotisch und ohne erkennbare Logik. Erst Jahre später stellte sich heraus, dass hinter all diesen Angriffen ein einziger Täter steckte: Eric Edgar Cooke.

Der Beginn der Gewalt (1958–1962)
Die ersten bekannten Gewalttaten von Cooke lassen sich auf das Jahr 1958 zurückführen. Zu dieser Zeit begann er, nachts mit einem Gewehr durch Perth und die umliegenden Vororte zu streifen. Seine Opfer wählte er völlig zufällig aus. Er schoss auf Menschen, die allein auf der Straße unterwegs waren, auf Fahrzeuge oder auf Häuser. Einige der Opfer überlebten mit schweren Verletzungen, andere entkamen nur knapp dem Tod. Zwischen 1958 und 1962 kam es immer wieder zu solchen Schussangriffen. Die Polizei ging zunächst davon aus, dass es sich um verschiedene Täter handelte. Ein klares Muster war nicht erkennbar: Mal wurde ein Passant beschossen, mal ein Autofahrer, mal jemand in der Nähe seines Hauses. Genau diese Unberechenbarkeit machte es nahezu unmöglich, einen Zusammenhang zu erkennen. Während dieser Jahre beging Cooke außerdem eine enorme Serie von Eigentumsdelikten. Später stellte sich heraus, dass er für mehr als 250 Einbrüche verantwortlich war. Dabei stahl er häufig Waffen, die er später bei seinen Angriffen verwendete. Doch 1963 eskalierte die Gewalt.

Januar 1963 – der erste Mord
Am 26. Januar 1963 saß der 24-jährige Kenneth Eaton mit seiner Freundin in einem geparkten Auto in Perth. Plötzlich näherte sich ein Mann im Dunkeln und eröffnete das Feuer auf das Fahrzeug. Eine Kugel traf Eaton tödlich. Seine Freundin überlebte schwer traumatisiert. Der Täter verschwand in der Nacht. Nur wenige Tage später kam es zu einer weiteren tödlichen Tat.

Februar 1963 – zwei weitere Opfer
Am 3. Februar 1963 wurde die 18-jährige Rosemary Anderson nachts von einem Auto erfasst. Die junge Frau erlag ihren Verletzungen. Der Vorfall wurde zunächst als tragischer Verkehrsunfall eingeordnet. Bereits am nächsten Tag, dem 4. Februar 1963, beging Cooke einen der brutalsten Angriffe seiner Serie. Während eines nächtlichen Einbruchs in ein Haus wurden die Bewohner Gwynne Evans (24) und Peter Walker (28) durch Geräusche geweckt. Als sie nachsehen wollten, trafen sie auf den Eindringling. Cooke reagierte sofort und schoss auf beide Männer. Evans und Walker starben noch am Tatort. Für diese Morde wurden zunächst andere Männer verantwortlich gemacht. Sogar der gehörlose Darryl Beamish wurde verurteilt – ein schwerer Justizirrtum, der erst Jahre später korrigiert wurde.

Sommer 1963 – weitere tödliche Angriffe
Die Gewaltserie setzte sich im Laufe des Jahres fort. So schoss Cooke am 4. Juli 1963 auf ein Auto mit mehreren jungen Männern. Dabei wurde der 22-jährige Geoffrey Barton tödlich getroffen. Nur wenige Wochen später, am 13. Juli 1963, starb eine weitere junge Frau unter mysteriösen Umständen. Die 18-jährige Shirley McLeod wurde von einem Auto überfahren. Auch dieser Fall wurde zunächst als Unfall eingestuft. Am 27. August 1963 schlug Cooke erneut zu. Der 32-jährige Melville Croft schlief auf der Veranda seines Hauses, als sich Cooke näherte und ihm aus nächster Nähe in den Kopf schoss. Nur wenige Wochen später folgte ein weiterer Mord.

September 1963 – das letzte Opfer
Am 18. September 1963 schlief der 18-jährige John Lindsay Sturkey in einem geparkten Auto. Cooke entdeckte den Jugendlichen, öffnete die Tür des Fahrzeugs und stach mehrfach mit einem Messer auf ihn ein. Sturkey erlag seinen schweren Verletzungen. Zu diesem Zeitpunkt lebte die Stadt bereits in großer Angst. Die Polizei wusste jedoch immer noch nicht, dass ein einzelner Täter hinter all diesen Verbrechen steckte.


Die Serie von Einbrüchen endete schließlich am 1. August 1963, als Cooke nach einem Einbruch festgenommen wurde. Ermittler stellten fest, dass mehrere bei verschiedenen Tatorten verwendete Schusswaffen mit ihm in Verbindung standen. Ballistische Untersuchungen brachten mehrere bisher ungeklärte Verbrechen miteinander in Zusammenhang. Während der Verhöre begann Cooke überraschend offen zu sprechen. Schritt für Schritt gestand er eine lange Liste von Straftaten, darunter mehrere Morde und zahlreiche Schussangriffe.


Bilanz der Mordserie
Nach heutigen Erkenntnissen wird Eric Edgar Cooke für:
• 8 bestätigte Morde
• mehrere versuchte Morde
• zahlreiche Schussangriffe
• über 250 Einbrüche

verantwortlich gemacht. Seine Opfer waren nahezu immer zufällig ausgewählt. Gerade diese fehlende Logik machte es besonders schwer, seine Mordserie aufzuklären.

Ein Serienmörder ohne Muster
Bis heute betrachten Kriminologen Cooke als einen der ungewöhnlichsten Serienmörder Australiens. Während viele Serienmörder ein klares Opferprofil haben, griff Cooke völlig wahllos an. Männer und Frauen, junge Menschen und Erwachsene – jeder konnte sein Ziel werden. Aufgrund dieser extremen Unberechenbarkeit vermutete die Polizei jahrelang keinen Serienmörder, obwohl alle Taten von derselben Person begangen wurden. Erst nach seiner Festnahme wurde das ganze Ausmaß der Gewaltserie sichtbar.

2

Weniger bekannte Fakten aus den Ermittlungsakten zu Eric Edgar Cooke
Der Fall des australischen Serienmörders Eric Edgar Cooke zählt zu den bedeutendsten Kriminalfällen in der Geschichte Perth. Obwohl seine Mordserie relativ kurz war, finden sich in den Ermittlungsakten zahlreiche ungewöhnliche Details.

Cooke griff manchmal Menschen an, ohne sie überhaupt zu kennen
Viele Serienmörder wählen ihre Opfer nach bestimmten Kriterien aus. Cooke hingegen griff völlig zufällige Menschen an. Ermittler stellten später fest, dass einige dieser Menschen zur falschen Zeit am falschen Ort waren und keinerlei Verbindung zum Täter hatten.

Er änderte ständig seine Tatmethoden
Den Kriminalisten fiel in den Ermittlungsakten ein ungewöhnliches Muster auf: Cooke änderte regelmäßig seine Vorgehensweise. Er verwendete unter anderem Gewehre, Pistolen, Messer und sein Auto als Tatwaffen. Gerade diese ständigen Wechsel verhinderten lange Zeit, dass die Polizei einen Serienmörder vermutete.

Cooke sammelte gestohlene Waffen wie Trophäen
Bei den Durchsuchungen stellte die Polizei fest, dass Cooke eine ganze Sammlung von Waffen besaß. Viele davon hatte er bei Einbrüchen gestohlen. Die Ermittler fanden mehrere Gewehre und Pistolen, die mit verschiedenen Tatorten in Verbindung gebracht werden konnten. Ballistische Tests spielten schließlich eine entscheidende Rolle bei seiner Überführung.

Er schoss manchmal einfach auf Häuser
Mehrere Zeugenaussagen berichten, dass Cooke nachts durch Perth fuhr und willkürlich auf Häuser schoss. In einigen Fällen durchschlugen die Kugeln Fenster oder Wände. Die Bewohner überlebten nur knapp. Diese Vorfälle wurden zunächst nicht mit den späteren Morden in Verbindung gebracht.

Ein Opfer wurde lange für einen Unfall gehalten
Die Ermittler gingen zunächst davon aus, dass der Tod der jungen Rosemary Anderson ein Verkehrsunfall gewesen sei. Erst später stellte sich heraus, dass Cooke sie absichtlich überfahren hatte. Dieses Detail wurde bekannt, nachdem er festgenommen worden war.

Zwei unschuldige Männer wurden verurteilt
Dieser Fall führte zu einem der größten Justizskandale Australiens. Darryl Beamish wurde für einen Mord verurteilt, den tatsächlich Cooke begangen hatte. Auch John Button saß für eine Tat im Gefängnis, die Cooke später gestand. Erst Jahrzehnte später wurden beide Männer vollständig rehabilitiert.

Cooke legte bei seinen Einbrüchen manchmal die Kleidung der Bewohner an
Ein besonders bizarrer Punkt aus den Ermittlungsakten: Bei einigen Einbrüchen zog Cooke die Kleidung der Hausbesitzer an, während er sich in deren Haus aufhielt. Die Ermittler interpretierten dieses Verhalten später als Ausdruck seiner gestörten Persönlichkeit und seines Bedürfnisses nach Kontrolle.

Er konnte sich an viele Details seiner Taten erinnern
Während der Verhöre überraschte Cooke die Ermittler mit seiner hervorragenden Erinnerungsleistung. Er konnte häufig genaue Details zu Tatorten, Waffen und Zeitpunkten nennen, die nur der Täter wissen konnte. Dank dieser Angaben konnte die Polizei mehrere ungelöste Fälle klären.

Seine Taten wirkten oft völlig impulsiv
Später stellten Psychologen fest, dass Cooke viele seiner Angriffe offenbar ohne langfristige Planung beging. Einige Taten geschahen spontan, nachdem er zufällig ein potenzielles Opfer gesehen hatte. Diese impulsive Vorgehensweise machte ihn besonders schwer vorhersehbar.

Seine Hinrichtung beendete eine Ära
Cooke wurde am 26. Oktober 1964 im Fremantle Prison hingerichtet. Seine Hinrichtung hatte historische Bedeutung: Er war der letzte Mensch, der im Bundesstaat Western Australia hingerichtet wurde. Kurz danach wurde die Todesstrafe dort de facto abgeschafft.

3

Mythen vs. Fakten über Eric Edgar Cooke
Bis heute ist der Fall von Eric Edgar Cooke von zahlreichen Missverständnissen und Mythen umgeben. Viele Darstellungen in den Medien und in Dokumentationen vereinfachen oder verzerren wichtige Aspekte seiner Taten. Ermittlungsakten und spätere Untersuchungen zeigen tatsächlich ein deutlich komplexeres Bild.

Cooke tötete ausschließlich Frauen
Mythos:
In einigen populären Darstellungen wird Cooke als Täter dargestellt, der vor allem junge Frauen angriff.

Fakt:
Die meisten seiner Mordopfer waren Männer. Zu den bestätigten Opfern gehören Kenneth Eaton, Geoffrey Barton, Melville Croft, John Lindsay Sturkey, Gwynne Evans und Peter Walker. Nur zwei der bestätigten Todesopfer waren junge Frauen. Cookes Opferprofil war insgesamt extrem zufällig.

Die Polizei suchte lange gezielt nach einem Serienmörder
Mythos:
Häufig wird angenommen, die Polizei habe schnell erkannt, dass ein Serienmörder für die Verbrechen verantwortlich war.

Fakt:
Das Gegenteil war der Fall. Die Ermittler betrachteten zunächst viele Taten als voneinander unabhängige Fälle. Grund dafür war Cookes ungewöhnliches Vorgehen: Er nutzte unterschiedliche Waffen, wechselnde Tatmethoden, verschiedene Tatorte und völlig unterschiedliche Opfer. Diese Unberechenbarkeit verhinderte lange, dass die Taten miteinander in Verbindung gebracht wurden.

Cooke hatte ein klares Motiv
Mythos:
Es gibt Berichte, die behaupten, Cooke habe aus Rache oder aus persönlichen Motiven gehandelt.

Fakt:
Weder Ermittler noch Psychologen konnten ein einheitliches Motiv feststellen. Viele seiner Taten wirkten impulsiv und sinnlos. Experten vermuten eine Mischung aus unterdrückter Wut, schweren Minderwertigkeitskomplexen und dem Bedürfnis, Macht über andere Menschen auszuüben. Ein klarer Auslöser für die Mordserie wurde jedoch nie eindeutig festgestellt.

Cooke wurde nur wegen eines Mordes verurteilt
Mythos:
Manchmal wird behauptet, Cooke sei nur wegen eines einzigen Mordes zum Tode verurteilt worden.

Fakt:
Zwar konzentrierte sich der Prozess auf ausgewählte Fälle, doch Cooke gestand mehrere Morde sowie zahlreiche weitere Verbrechen. Die Ermittlungen brachten ihn schließlich mit mindestens acht Tötungsdelikten in Verbindung.

Seine Hinrichtung löste alle offenen Fragen
Mythos:
Viele sind der Meinung, dass der Fall mit Cookes Hinrichtung vollständig geklärt war.

Fakt:
Tatsächlich führte dieser Fall später zu großen juristischen Kontroversen. Zwei Männer waren bereits wegen Verbrechen verurteilt worden, die Cooke tatsächlich begangen hatte. Erst viele Jahre später wurden beide rehabilitiert. Diese Fehlurteile zählen heute zu den größten Justizskandalen Australiens.


Der Fall von Eric Edgar Cooke zählt bis heute zu den ungewöhnlichsten Serienmörderfällen Australiens. Seine chaotische Vorgehensweise, die zufällige Auswahl seiner Opfer sowie die später aufgedeckten Fehlurteile machen ihn zu einem wichtigen Kapitel der australischen Kriminalgeschichte.

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