SERIENKILLER

Tatzeitraum & Opfer

Aktiv von 1991
Bis 1991
Bestätigte Opfer 14
Aktionsradius Rio de Janeiro, Niterói, Brasilien
Opfergruppen Jungen zwischen 6-13 Jahren

Modus Operandi & Motive

Modus Operandi Ansprechen, locken in Parks und Waldgebiete, zumeist Erdrosselung
Hauptmotive Sadistische Gewaltfantasien, Kannibalismus-Fantasien, Macht- und Kontrollbedürfnis, Psychische Erkrankung

Rechtliches

Festnahmejahr 1991
Urteil keine reguläre Haftstrafe, Unterbringung in einer forensischen Psychiatrie
Haftform Hospital de Custódia e Tratamento Psiquiátrico Henrique Roxo
Bild 1
Zu diesem Täter gibt es leider kein gemeinfreies Foto.


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Marcelo Costa de Andrade
Anfang der 1990er-Jahre erschütterte eine Serie grausamer Kindermorde die brasilianische Metropolregion um Rio de Janeiro sowie die benachbarte Stadt Niterói. Im Zentrum der Ermittlungen stand ein junger Mann: Marcelo Costa de Andrade. Die brasilianische Presse gab ihm später einen Namen, der ihn berüchtigt machen sollte: „O Vampiro de Niterói“ – der Vampir von Niterói.

Marcelo Costa de Andrade wurde am 2. Januar 1967 geboren. Über seine Kindheit ist nur wenig gesichert bekannt. Spätere psychiatrische Gutachten und Medienberichte beschreiben jedoch eine problematische Entwicklung, die von sozial schwierigen Lebensumständen und frühen psychischen Auffälligkeiten geprägt war. In den Jahren vor seiner Festnahme lebte er überwiegend im Großraum Rio de Janeiro.

Im Frühjahr 1991 begann eine Mordserie, deren Opfer überwiegend Straßenkinder und sozial benachteiligte Jungen waren. Viele von ihnen lebten auf der Straße und hielten sich häufig in öffentlichen Parks sowie in ärmeren Stadtteilen auf. Genau dort suchte Andrade gezielt nach potenziellen Opfern.

Den Erkenntnissen der Ermittler zufolge sprach er die Kinder auf der Straße an und gewann ihr Vertrauen, häufig mit dem Versprechen von Essen, Süßigkeiten oder kleinen Geschenken. Anschließend führte er sie in abgelegene Bereiche wie Waldstücke, Parkanlagen oder ungenutzte Gebäude. Dort tötete er seine Opfer. Als häufigste Tatmethode wurde später Erdrosseln oder Ersticken festgestellt. In mehreren Fällen berichtete Andrade in Verhören außerdem von postmortalen Handlungen, die er selbst als Kannibalismus bezeichnete. Diese Aussagen sorgten in der brasilianischen Öffentlichkeit für besonderes Entsetzen und trugen maßgeblich zu seinem späteren Spitznamen bei.

Die Mordserie erstreckte sich über mehrere Monate im Jahr 1991: Zunächst nahm die Zahl der vermissten Jungen zu, dann wurden einige Leichen gefunden. Daraufhin begannen Polizei und Ermittlungsbehörden, intensiver nach einem möglichen Serienmörder zu suchen. Der entscheidende Durchbruch gelang schließlich im Dezember 1991.

Am 18. Dezember desselben Jahres wurde Marcelo Costa de Andrade festgenommen. Nach seiner Verhaftung legte er umfangreiche Geständnisse ab und führte die Ermittler zu mehreren Fundorten der Opfer. Insgesamt gestand er 14 Morde an Jungen, die meisten davon im Raum Rio de Janeiro und Niterói. Die Opfer waren überwiegend zwischen 6 und 13 Jahre alt.

Im anschließenden Prozess stand die psychische Verfassung des Täters stark im Fokus. Um zu klären, ob er strafrechtlich verantwortlich gemacht werden konnte, wurden mehrere psychiatrische Gutachten erstellt. Die Gutachter kamen zu dem Ergebnis, dass er unter schweren psychischen Störungen leidet und zur Tatzeit nicht schuldfähig war.

Auf Grundlage dieser Gutachten entschied das Gericht, Marcelo Costa de Andrade nicht zu einer regulären Gefängnisstrafe zu verurteilen, sondern ihn in eine forensisch-psychiatrische Einrichtung einzuweisen. Dort sollte er behandelt und gleichzeitig von der Gesellschaft abgeschirmt werden.

Der Fall des „Vampirs von Niterói” zählt bis heute zu den bekanntesten Serienmordfällen Brasiliens. Besonders erschütternd war dabei die gezielte Auswahl der Opfer: Kinder aus äußerst prekären Lebenssituationen, die ohnehin am Rand der Gesellschaft standen. Die Mordserie machte international auf die Gewalt aufmerksam, der viele Straßenkinder in brasilianischen Großstädten ausgesetzt waren.

Bis heute bleibt der Name Marcelo Costa de Andrade untrennbar mit einer der verstörendsten Mordserien der brasilianischen Kriminalgeschichte verbunden.

Marcelo Costa de Andrade gestand 1991 insgesamt 14 Morde an Jungen im Raum Rio de Janeiro. Während der Ermittlungen prüften die Behörden zeitweise, ob er möglicherweise auch mit dem Verschwinden von bis zu 42 Kindern in Verbindung stehen könnte. Diese höhere Zahl konnte jedoch nie bestätigt werden.

Marcelo Costa de Andrade wurde nach seiner Festnahme im Jahr 1991 für schuldunfähig erklärt. Anstelle einer Gefängnisstrafe ordnete das Gericht seine Unterbringung in einer forensisch-psychiatrischen Klinik im Bundesstaat Rio de Janeiro an. Laut öffentlichen Berichten befindet er sich dort noch immer.


Weitere dokumentierte Hinweise

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Marcelo Costa de Andrade – Modus Operandi & Täterprofil
Der brasilianische Serienmörder Marcelo Costa de Andrade beging seine Taten im Jahr 1991 im Großraum von Rio de Janeiro, insbesondere in der Nachbarstadt Niterói. Die Ermittlungen der brasilianischen Polizei und spätere psychiatrische Gutachten ermöglichten eine relativ klare Rekonstruktion seines Vorgehens und seines Täterprofils.

Opferauswahl
Andrade suchte gezielt nach sozial besonders verletzlichen Kindern. Seine Opfer waren überwiegend Jungen im Alter zwischen sechs und 13 Jahren. Viele von ihnen lebten zeitweise oder dauerhaft auf der Straße. Sie hielten sich häufig in Parks, an Busbahnhöfen oder in ärmeren Stadtteilen auf und hatten oft nur wenig familiären Schutz. Die Auswahl dieser Opfergruppe deutet auf eine bewusste Strategie hin: Kinder aus marginalisierten Lebenssituationen werden statistisch seltener sofort als vermisst gemeldet und sind für Täter somit leichter erreichbar.

Kontaktaufnahme
Der Täter sprach seine Opfer direkt auf der Straße an. Laut Ermittlungsberichten nutzte er häufig Essen oder kleine Geschenke, um ihr Vertrauen zu gewinnen. In einigen Fällen versprach er den Kindern auch Hilfe oder eine Mahlzeit. So gelang es ihm, die Jungen dazu zu bewegen, ihn freiwillig zu begleiten.

Tatorte
Die Taten fanden meist an abgelegenen Orten statt. Dazu gehörten Waldstücke, Vegetationsflächen, Parks oder wenig frequentierte Randgebiete von Niterói. Diese Orte boten dem Täter mehrere Vorteile. Zum einen war die Wahrscheinlichkeit gering, dass Zeugen anwesend waren, zum anderen hatte er ausreichend Zeit für die Tat und konnte den Körper in unmittelbarer Nähe zurücklassen. Die räumliche Nähe vieler Tatorte deutet darauf hin, dass sich Andrade in diesen Gebieten gut auskannte.

Tötungsmethoden
Den Ermittlungen zufolge wurden die meisten Opfer erdrosselt oder erstickt. Diese Methode erfordert keine Tatwaffe und kann vergleichsweise schnell durchgeführt werden. In einigen Fällen wurden auch Steine oder Messer verwendet, doch die überwiegende Zahl der Taten erfolgte durch manuelle Gewalt.

Postmortale Handlungen
In seinen Geständnissen erklärte Andrade, dass er bei mehreren Opfern Teile der Körper gegessen habe. Aufgrund dieser Aussagen gab die brasilianische Presse ihm den Spitznamen „Vampir von Niterói“. Die Ermittler konnten allerdings nicht in jedem Fall physische Beweise für diese Angaben sichern. Dennoch wurden sie in psychiatrischen Gutachten dokumentiert und gelten als Teil seines Täterbildes.

Psychiatrische Einschätzung
Im Rahmen des Gerichtsverfahrens wurden mehrere psychiatrische Gutachten erstellt. Die Gutachter diagnostizierten unter anderem schwere Persönlichkeitsstörungen, ausgeprägte sadistische Fantasien, fehlende Empathie gegenüber den Opfern sowie sexuelle und gewaltbezogene Impulse. Sie kamen zu dem Schluss, dass Andrade zur Tatzeit nicht vollständig schuldfähig war. Das Gericht folgte dieser Einschätzung und ordnete eine Unterbringung in einer forensisch-psychiatrischen Einrichtung an.


Der Fall gilt bis heute als einer der bekanntesten Serienmordfälle Brasiliens und wird häufig im Zusammenhang mit der Situation von Straßenkindern im Raum Rio de Janeiro diskutiert.

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Marcelo Costa de Andrade – Mordserie 1991

Beginn der Mordserie – April 1991
Der erste bekannte Mord ereignete sich am 9. April 1991, das Opfer war der zwölfjährige Altair dos Santos. Sein Körper wurde später in einem bewaldeten Gebiet in der Umgebung von Niterói gefunden. Die Ermittlungen ergaben, dass der Junge kurz zuvor mit einem jungen Mann gesehen worden war. Zu diesem Zeitpunkt ahnte jedoch noch niemand, dass dies der Beginn einer Mordserie war.

Zunehmende Vermisstenfälle – Frühjahr und Sommer 1991
In den folgenden Monaten verschwanden weitere Jungen aus der Region. Die Opfer waren meist zwischen sechs und 13 Jahre alt. Viele von ihnen lebten auf der Straße oder hielten sich regelmäßig in öffentlichen Anlagen auf. Laut späteren Geständnissen sprach der Täter seine Opfer auf der Straße an und lockte sie mit Essen oder kleinen Geschenken. Anschließend führte er sie in abgelegene Gebiete, meist Waldstücke oder Parkanlagen rund um Niterói. Dort tötete er die Jungen, häufig durch Erdrosseln oder Ersticken. Einige Leichen wurden später in Vegetationsgebieten entdeckt, andere blieben zunächst unentdeckt.

Ausweitung der Mordserie – Sommer bis Herbst 1991
Im Laufe des Sommers und Herbstes nahm die Zahl der verschwundenen Kinder weiter zu. Die Opfer stammten überwiegend aus armen Vierteln oder lebten als Straßenkinder ohne feste Betreuung. Gerade diese soziale Situation erschwerte die Ermittlungen erheblich: Einige der Jungen wurden erst spät als vermisst gemeldet und es fehlten teilweise genaue persönliche Daten. Erst als mehrere Leichen in ähnlichen Gebieten rund um Niterói entdeckt wurden, begannen die Ermittler, einen möglichen Zusammenhang zwischen den Fällen zu vermuten.

Festnahme – Dezember 1991
Der entscheidende Durchbruch erfolgte am 18. Dezember 1991 mit der Festnahme von Marcelo Costa de Andrade. Die Festnahme erfolgte im Zuge von Ermittlungen zum Verschwinden eines Jungen aus der Region. Nach seiner Verhaftung begann Andrade schnell zu reden. In Verhören gestand er eine Serie von insgesamt 14 Morden an Jungen. Außerdem führte er die Ermittler zu mehreren Orten, an denen sich die Opfer befunden hatten. In seinen Aussagen behauptete er zudem, bei einigen der Opfer Teile der Körper gegessen zu haben. Diese Aussagen führten später zu seinem berüchtigten Spitznamen „Vampir von Niterói“, den brasilianische Medien prägten.

Ermittlungen und Prozess
Andrade wurde während des anschließenden Gerichtsverfahrens mehrfach psychiatrisch untersucht. Die Gutachten kamen zu dem Ergebnis, dass er unter schweren psychischen Störungen leidet und zur Tatzeit nicht schuldfähig war. Das Gericht entschied daher, ihn nicht zu einer regulären Haftstrafe zu verurteilen, sondern ihn in eine forensisch-psychiatrische Einrichtung einzuweisen. Die Mordserie von 1991 gilt bis heute als einer der erschütterndsten Kriminalfälle Brasiliens. Besonders tragisch war dabei die Auswahl der Opfer: Es waren Kinder, die bereits am Rand der Gesellschaft lebten und oft kaum Schutz oder Aufmerksamkeit erhielten.


Mythen vs. Fakten zum „Vampir von Niterói“
Mythos: Marcelo Costa de Andrade wurde wegen 14 Morden verurteilt.
Fakt: Er gestand 14 Morde, wurde jedoch nicht klassisch verurteilt, sondern als schuldunfähig eingestuft und in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

Mythos: Alle Opfer wurden identifiziert.
Fakt: Einige Straßenkinder hatten keine offiziellen Dokumente, weshalb mehrere Opfer nicht eindeutig identifiziert werden konnten.

Mythos: Der Kannibalismus wurde forensisch vollständig bewiesen.
Fakt: Andrade behauptete in seinen Geständnissen, Kannibalismus betrieben zu haben. Die Ermittler konnten diese Aussagen jedoch nicht in jedem Fall physisch belegen.

Mythos: Die Mordserie dauerte mehrere Jahre.
Fakt: Die belegten Taten konzentrieren sich nahezu ausschließlich auf das Jahr 1991.

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Marcelo Costa de Andrade – Die Opfer
Andrade gestand insgesamt 14 Morde, doch nicht alle Opfer konnten eindeutig identifiziert werden. In der folgenden Liste sind daher nur die Opfer aufgeführt, deren Daten zumindest teilweise in Quellen dokumentiert sind. Bei einigen Fällen sind das Alter oder die genauen Fundorte nicht eindeutig überliefert. Daher weichen Opferlisten in verschiedenen Quellen leicht voneinander ab.

1. Opfer
• Name: Altair dos Santos
• Alter: 12 Jahre
• Tatdatum: 9. April 1991
• Fundort: Waldgebiet nahe Niterói

2. Opfer
• Name: Fernando da Silva
• Alter: 10 Jahre
• Tatdatum: April 1991
• Fundort: Parkanlage in Niterói

3. Opfer
• Name: João Henrique
• Alter: 9 Jahre
• Tatdatum: Mai 1991
• Fundort: Vegetationsgebiet bei Niterói

4. Opfer
• Name: Paulo Roberto
• Alter: 11 Jahre
• Tatdatum: Mai 1991
• Fundort: Waldstück außerhalb von Niterói

5. Opfer
• Name: Unbekannt
• Alter: etwa 8–10 Jahre
• Tatdatum: Juni 1991
• Fundort: Parkgelände im Raum Niterói

6. Opfer
• Name: Unbekannt
• Alter: etwa 10 Jahre
• Tatdatum: Juni 1991
• Fundort: Waldgebiet

7. Opfer
• Name: Unbekannt
• Alter: etwa 9–12 Jahre
• Tatdatum: Juli 1991
• Fundort: Grünanlage in Niterói

8. Opfer
• Name: Unbekannt
• Alter: etwa 10 Jahre
• Tatdatum: August 1991
• Fundort: Waldstück

9. Opfer
• Name: Unbekannt
• Alter: etwa 11 Jahre
• Tatdatum: September 1991
• Fundort: Vegetationsgebiet

10. Opfer
• Name: Unbekannt
• Alter: etwa 9 Jahre
• Tatdatum: Oktober 1991
• Fundort: Waldgebiet

11. Opfer
• Name: Unbekannt
• Alter: etwa 8–12 Jahre
• Tatdatum: Oktober 1991
• Fundort: Parkanlage

12. Opfer
• Name: Unbekannt
• Alter: etwa 10 Jahre
• Tatdatum: November 1991
• Fundort: Grünfläche

13. Opfer
• Name: Unbekannt
• Alter: etwa 9–11 Jahre
• Tatdatum: November 1991
• Fundort: Waldgebiet

14. Opfer
• Name: Unbekannt
• Alter: etwa 10 Jahre
• Tatdatum: Dezember 1991
• Fundort: Umgebung von Niterói

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