SERIENKILLER

Tatzeitraum & Opfer

Aktiv von 1977
Bis 1978
Bestätigte Opfer 6
Aktionsradius Sacramento, USA
Opfergruppen Keine klar definierte Opferpräferenz

Modus Operandi & Motive

Modus Operandi Meist Erschießen
Hauptmotive Wahngetriebene Überzeugung, Blut zum Überleben zu benötigen

Rechtliches

Festnahmejahr 1978
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Öffentliches Dokument einer kalifornischen Behörde, gemäß California Public Records Act in den USA gemeinfrei.
Bild 2
Öffentliches Dokument einer kalifornischen Behörde, gemäß California Public Records Act in den USA gemeinfrei.
Bild 3
Dieses Werk ist gemeinfrei, da es zwischen 1978 und Februar 1989 in den USA ohne Copyright-Hinweis veröffentlicht und nicht innerhalb von fünf Jahren beim U.S. Copyright Office registriert wurde.


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Richard Trenton Chase
Richard Trenton Chase war ein amerikanischer Serienmörder, der von 1977 bis 1978 in Sacramento sechs Menschen tötete. Er wurde als „Vampir von Sacramento“ bekannt und litt an paranoider Schizophrenie. Zudem konsumierte er das Blut seiner Opfer. Er wuchs in Kalifornien auf. Berichte aus Gerichts- und Ermittlungsunterlagen beschreiben eine konfliktreiche Kindheit mit familiären Spannungen. Bereits im Jugendalter zeigte er gravierende Verhaltensauffälligkeiten. In seinen späten Teenagerjahren und frühen Zwanzigern wurde bei ihm eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Er entwickelte zunehmend bizarre Wahnvorstellungen. Unter anderem war er überzeugt, sein Blut würde sich in Pulver verwandeln oder sein Herz würde schrumpfen. Es sind mehrere psychiatrische Einweisungen dokumentiert. So wurde er beispielsweise 1976 in eine Klinik eingewiesen, nachdem er ein Kaninchen getötet hatte. Zeitweise lebte er unter Aufsicht seiner Mutter, die ihn unterstützte. Er entwickelte eine Obsession für Blut. Laut Aussagen aus Ermittlungsakten begann er, Tierblut zu trinken und Tiere zu verstümmeln – ein Verhalten, das später in den Ermittlungen eine zentrale Rolle spielte.


Weitere dokumentierte Hinweise

1

Die Tatabläufe
Hinweis: Die folgende Darstellung basiert ausschließlich auf gerichtlich belegten Fakten und Ermittlungsakten. Die Atmosphäre dient der narrativen Verdichtung und enthält keine spekulativen Elemente.


29. Dezember 1977 – Der erste Schuss
Es ist ein kühler Winterabend in Sacramento. Ambrose Griffin, 51 Jahre alt, sitzt in seinem Auto. Es gibt keinen Streit, keinen Verdacht und keinen Anlass zur Sorge. Richard Trenton Chase tritt an die Straße. In seinen Händen hält er ein Gewehr im Kaliber .22. Ohne Vorwarnung feuert er. Griffin stirbt durch den Schuss. Die Tat wirkt willkürlich. Die Ermittler finden kein persönliches Motiv und keine Verbindung zwischen Täter und Opfer. Es ist ein Mord ohne Vorgeschichte, ein erster, stiller Bruch in der Normalität der Stadt.


23. Januar 1978 – Das Haus in der Stille
Vier Wochen später. Chase betritt ein Wohnhaus. Die Tür ist nicht verschlossen. Er wird später erklären, dass eine offene Tür für ihn eine Einladung sei. Im Inneren befindet sich die 22-jährige Teresa Wallin. Er erschießt sie. Was folgt, geht aus den Gerichtsakten hervor: postmortale sexuelle Handlungen, massive Verstümmelungen und eine Blutentnahme. Ermittler dokumentieren zudem, dass Chase das Blut der Toten konsumierte. Der Tatort ist von extremer Gewalt geprägt. Für die Polizei wird klar: Es handelt sich nicht um einen gewöhnlichen Täter. Das Verbrechen trägt eine verstörende, ritualisierte Komponente.


27. Januar 1978 – Vier Leben in einem Haus
Nur vier Tage später. Ein weiteres Wohnhaus, erneut eine unverschlossene Tür. Im Haus befinden sich Evelyn Miroth (38), Daniel Meredith (51), Jason Miroth (6) und David Ferreira (22 Monate). Zunächst schießt Chase auf Meredith. Dann tötet er Evelyn Miroth. Auch die beiden Kinder überleben den Angriff nicht. Die Brutalität setzt sich fort. Ermittlungsberichte belegen weitere Verstümmelungen und Blutentnahmen. Während der Tat klingelt ein Nachbar am Haus. Kurz darauf flieht Chase durch die Hintertür. Als die Polizei eintrifft, bietet sich den Beamten ein Bild, das selbst erfahrene Ermittler erschüttert. Sacramento befindet sich nun im Ausnahmezustand. Es gibt Spuren, die zum Täter führen. Am Tatort sichern Ermittler Fingerabdrücke. Sie führen direkt zu Richard Trenton Chase, der bereits polizeibekannt ist – aufgrund früherer Vorfälle und psychischer Auffälligkeiten.

Er wird am 27. Januar 1978 in seiner Wohnung festgenommen. Die Beamten finden dort blutverschmierte Kleidung, Waffen, Tierkadaver und Hinweise auf Blutkonsum. Die Beweislage ist eindeutig.


Muster der Tatserie
Die Tatabläufe weisen klare Gemeinsamkeiten auf. Dazu gehören eine zufällige Opferauswahl, das Eindringen durch unverschlossene Türen, der Gebrauch von Schusswaffen, postmortale Verstümmelung, die Entnahme von Blut und dessen Konsum. Laut psychiatrischen Gutachten standen seine Handlungen im Zusammenhang mit einer diagnostizierten paranoiden Schizophrenie. Chase glaubte, sein eigenes Blut vergehe und nur frisches Blut könne ihn retten.


Eine Stadt in Angst
Zwischen dem ersten Schuss im Dezember 1977 und seiner Festnahme im Januar 1978 liegen nur wenige Wochen. In dieser kurzen Zeit hinterlässt Richard Trenton Chase jedoch sechs Tote und eine Stadt, die beginnt, ihre Türen zu verschließen. Der Fall zählt heute zu den bekanntesten Beispielen schwerer psychotischer Gewaltkriminalität in den USA. Chase starb 1980 im California Medical Facility durch eine Überdosis verschriebener Medikamente. Sein Tod wird als Suizid eingestuft.

2

Prozess und Urteil
Im Jahr 1979 beginnt der Prozess gegen Richard Trenton Chase. Die Verteidigung argumentiert mit schwerer Unzurechnungsfähigkeit aufgrund paranoider Schizophrenie. Zwar bestätigen Gutachter seine psychische Erkrankung, dennoch wird er für schuldfähig erklärt. Er wurde in sechs Fällen des Mordes ersten Grades schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt.


Tod im Gefängnis
Chase wurde in das California Medical Facility verlegt. Er stirbt am 26. Dezember 1980 an einer Überdosis verschriebener Medikamente. Sein Tod wurde als Suizid eingestuft.


Psychologisches Profil
Richard Trenton Chase gilt als einer der extremsten dokumentierten Fälle einer schweren, unbehandelten Psychose in der US-amerikanischen Kriminalgeschichte. Bei ihm wurde eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Diese Erkrankung verzerrte zunehmend sein Denken, seine Wahrnehmung und seine Realitätsbewertung.

Zentral für sein späteres Tatgeschehen waren massive Wahnvorstellungen. Er war überzeugt, sein Blut würde sich in Pulver verwandeln oder aus seinem Körper fließen, seine Organe würden schrumpfen oder versagen. In dieser krankhaft verzerrten Selbstwahrnehmung entwickelte er die fixe Idee, nur frisches Blut könne ihn am Leben erhalten. Diese Überzeugung war für ihn nicht symbolisch, sondern real, und sie bestimmte sein Handeln. Bereits vor der Mordserie zeigte er schwerwiegende Verhaltensauffälligkeiten. Dokumentiert sind Fälle von Tierquälerei sowie das Trinken von Tierblut. Dieses Verhalten gilt in der Kriminalpsychologie als mögliches Frühwarnzeichen eskalierender Gewalt, wenngleich es nicht zwangsläufig zu Tötungsdelikten führt. Im Fall Chase jedoch bildete es eine direkte Vorstufe zu den späteren Taten.

Auffällig ist zudem die zufällige Auswahl seiner Opfer. Es gab keine persönliche Beziehung zu ihnen und auch kein klassisches Motiv wie Rache, Habgier oder sexuelle Dominanz im herkömmlichen Sinne. Die Opfer waren für ihn funktional. Sie waren Mittel zur Stillung seines wahnhaft empfundenen körperlichen Verfalls.

Auch sein Vorgehen folgte einer eigenen Logik: Chase interpretierte unverschlossene Türen als Einladung. In seiner psychotischen Weltsicht bedeutete eine offene Tür, dass er eintreten dürfe. Diese Realitätsverkennung zeigt eindrücklich, wie stark seine Wahrnehmung von der tatsächlichen sozialen Ordnung abwich.

Der Fall wird bis heute in kriminalpsychologischen Fachkreisen diskutiert – jedoch nicht als Beispiel strategisch geplanter Serienmorde, sondern als erschütternde Konstellation aus schwerer Psychose, fehlender Stabilisierung und eskalierender Gewalt.


Faszination und Einordnung des Falls
Der Fall Richard Trenton Chase vereint mehrere Elemente, die True-Crime-Interessierte weltweit bis heute beschäftigen. Da ist zunächst die scheinbare Willkürlichkeit der Opferauswahl. Die Getöteten standen in keiner erkennbaren Beziehung zum Täter. Sie gerieten nicht ins Visier aufgrund persönlicher Konflikte, finanzieller Motive oder gezielter Auswahl – sie wurden Opfer einer Gelegenheit, einer offenen Tür, eines Moments.

Hinzu kommen die extremen Tatortbilder, die selbst erfahrene Ermittler nachhaltig erschütterten. Die dokumentierten Verstümmelungen und Blutentnahmen verliehen den Verbrechen eine Dimension, die weit über „klassische“ Tötungsdelikte hinausging. Sie wirkten nicht nur brutal, sondern auch zutiefst verstörend.

Für das Verständnis des Falls ist die nachweislich diagnostizierte Psychose zentral. Chase litt an paranoider Schizophrenie, begleitet von massiven Wahnvorstellungen über Blutverlust und körperlichen Verfall. Diese dokumentierte psychische Erkrankung unterscheidet ihn von vielen anderen Serienmördern, deren Taten häufig durch Machtfantasien, Kontrollbedürfnis oder sexuelle Dominanz motiviert waren.

Damit verbunden steht eine der meistdiskutierten Fragen des Prozesses: die Schuldfähigkeit. Obwohl Gutachter seine schwere psychische Störung bestätigten, wurde er für zurechnungsfähig erklärt und zum Tode verurteilt. Der Fall berührt somit einen sensiblen Grenzbereich zwischen strafrechtlicher Verantwortung und krankheitsbedingter Realitätsverkennung.

Richard Trenton Chase hinterließ keine Manifeste, keine ideologischen Botschaften und auch kein kalkuliertes Spiel mit der Öffentlichkeit. Seine Taten folgten keinem klassischen Serienmörder-Narrativ. Sie entsprangen einer krankhaften Innenwelt, geprägt von Verfolgungswahn, körperlicher Zerfallsangst und der fixen Überzeugung, Blut sei überlebensnotwendig.

Gerade die Mischung aus dokumentierter Psychose, extremer Gewalt und juristischer Kontroverse macht diesen Fall bis heute zu einem der verstörendsten Kapitel der amerikanischen Kriminalgeschichte.

3

Weniger bekannte, aber belegbare Fakten zu Richard Trenton Chase
Zu Richard Trenton Chase gibt es einige dokumentierte Details aus Ermittlungs- und Gerichtsakten, die in populären Zusammenfassungen oft nur am Rande erwähnt werden.

1. Er wurde Monate vor der Mordserie mit einer Schusswaffe erwischt
Bereits im August 1977, also Monate vor dem ersten Mord, wurde Chase von der Polizei angehalten. In seinem Besitz befand sich eine geladene Waffe. Er erklärte den Beamten, er benötige sie, da „Nazis” oder außerirdische Kräfte ihn verfolgten. Die Episode wurde registriert, führte aber nicht zu einer dauerhaften Unterbringung.


2. Er wurde 1976 nach Tierverstümmelungen zwangseingewiesen
Chase wurde 1976 in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen, nachdem er ein Kaninchen getötet und dessen Blut getrunken hatte. Während der stationären Behandlung erhielt er Antipsychotika und stabilisierte sich vorübergehend. Später wurde er jedoch als „nicht mehr akut gefährlich“ eingestuft und entlassen. Dieser Schritt wurde nach seiner Verhaftung öffentlich stark kritisiert.


3. Er lebte zeitweise unter Aufsicht seiner Mutter
Nach seiner Entlassung aus der Klinik zog er zu seiner Mutter zurück. Gerichtsakten belegen, dass sie ihm die verordneten Medikamente teilweise absetzte, da sie deren Wirkung skeptisch sah. Diese Entscheidung wird in späteren Analysen häufig als mitursächlich für die erneute psychotische Eskalation betrachtet.


4. Sein Wohnverhalten war extrem verwahrlost
Bei seiner Festnahme fanden die Ermittler in seiner Wohnung blutige Mixerbehälter, Tierorgane und verfaultes Fleisch sowie Blutspuren an Wänden und Gegenständen. Nachbarn hatten bereits zuvor über einen starken Verwesungsgeruch berichtet.


5. Er glaubte, sein Schädel verforme sich
In psychiatrischen Dokumentationen wird erwähnt, dass Chase davon überzeugt war, sein Schädel habe sich verschoben oder bewege sich. Um „Beweise“ für diese Veränderung zu finden, rasierte er sich teilweise den Kopf.


6. Er konsumierte Blut teilweise gemischt mit Cola
In den Ermittlungsberichten wird erwähnt, dass er Tierblut mit Coca-Cola mischte und trank. Diese bizarre Praxis unterstreicht seinen festen Glauben, dass Blut für ihn medizinisch notwendig sei.


7. Er zeigte keine typische manipulative Täterpersönlichkeit
Anders als viele Serienmörder wirkte Chase während der Verhöre nicht berechnend oder strategisch. Er wirkte verwirrt, emotional instabil und tief in seinen Wahnvorstellungen gefangen. Kriminalpsychologen betonen, dass sein Profil eher von schwerer Desintegration als von narzisstischer Täterdynamik geprägt war.


8. Er erhielt während des Prozesses Fanpost
Wie bei vielen aufsehenerregenden Mordfällen erhielt auch Chase Briefe von Außenstehenden, darunter von Personen, die Mitleid oder ein morbides Interesse zeigten. Dieses Detail ist aus Prozessdokumentationen bekannt, wird jedoch selten erwähnt.


9. Seine Todesumstände sind eindeutig dokumentiert
Er starb am 26. Dezember 1980 im California Medical Facility. Er hatte über einen längeren Zeitraum verschriebene Antidepressiva gesammelt und in hoher Dosis eingenommen. Sein Tod wurde offiziell als Suizid eingestuft, nicht als Hinrichtung oder Fremdeinwirkung.


Diese Details zeigen weniger das Bild eines kalkulierenden Serienmörders als das eines schwer psychotischen Mannes, dessen Realitätsverlust zunehmend unkontrollierbar wurde. Gerade diese dokumentierten Hintergründe – frühzeitige Warnzeichen, Entlassung aus psychiatrischer Behandlung, Absetzen von Medikamenten – machen den Fall bis heute zu einer Debatte über die psychiatrische Versorgung und die Gefahrenprognose in den USA der 1970er-Jahre.

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