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William George Bonin
Der Freeway Killer – Kaliforniens Highway des Schreckens.
Ende der 1970er-Jahre verschwanden in Südkalifornien immer wieder Jungen und junge Männer. Viele von ihnen waren Anhalter, die entlang der Highways von Los Angeles und Orange County unterwegs waren. Wochen oder Tage später wurden ihre Leichen an Autobahnrändern, auf Böschungen oder in abgelegenen Gebieten gefunden. Sie waren misshandelt, gefesselt und häufig stranguliert worden.
Die Ermittler standen zunächst vor einem Puzzle ohne klares Muster, bis sich die Tatorte wie eine makabere Spur entlang der Freeways verbanden. Der Mann, der später dafür verantwortlich gemacht wurde, war William George Bonin.
Er wurde 1947 in Connecticut geboren und diente während des Vietnamkriegs in der U.S. Air Force. Schon früh zeigte sich eine kriminelle Vorgeschichte. In den 1970er-Jahren wurde er mehrfach wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige verurteilt und saß im Gefängnis. Nach seiner Entlassung lebte er im Raum Los Angeles scheinbar unauffällig mit Gelegenheitsjobs und einem gewöhnlichen Alltag.
Zwischen 1979 und 1980 begann jedoch eine Mordserie, die zu den brutalsten in der Geschichte Kaliforniens zählen sollte. Bonin nutzte Fahrzeuge – meist einen Van – um jugendliche Anhalter anzusprechen. Die Opfer waren überwiegend zwischen 12 und 19 Jahre alt. Sie stiegen freiwillig ein, in der Annahme, eine Mitfahrgelegenheit gefunden zu haben.
Was folgte, war ein wiederkehrendes Muster. Die Jugendlichen wurden überwältigt, gefesselt, geschlagen und sexuell missbraucht. In vielen Fällen starben sie durch Strangulation. Anschließend wurden ihre Körper entlang von Highways abgelegt, was Bonin später den Beinamen „The Freeway Killer“ einbrachte.
Er handelte jedoch nicht immer allein. Mehrere junge Männer, darunter Vernon Butts, James Munro, Christopher Evans und James Taylor, waren zeitweise beteiligt, sei es bei Entführungen, Misshandlungen oder der Beseitigung der Leichen. Nicht alle wurden wegen Mordes verurteilt, doch ihre Aussagen halfen später dabei, das Ausmaß der Verbrechen zu rekonstruieren.
Im Juni 1980 geriet Bonin ins Visier der Ermittler. Zeugenaussagen führten zur Überwachung seines Fahrzeugs. Als die Polizei seinen Van stoppte und durchsuchte, wurden belastende Hinweise gefunden. In den folgenden Vernehmungen legte Bonin Geständnisse zu mehreren Taten ab.
Gerichtlich bestätigt wurden 14 Mordopfer. Bonin selbst sprach zeitweise von bis zu 21 Tötungen, doch nicht alle Fälle konnten zweifelsfrei nachgewiesen werden.
1982 wurde er in mehreren Anklagepunkten des Mordes schuldig gesprochen. Die Geschworenen verhängten die Todesstrafe. Nach jahrelangen Berufungsverfahren wurde das Urteil vollstreckt: Am 23. Februar 1996 wurde William George Bonin im San Quentin State Prison durch die Giftspritze hingerichtet. Er war der erste Mensch, der in Kalifornien per Giftspritze hingerichtet wurde.
Der Fall Bonin markierte einen Wendepunkt in der öffentlichen Wahrnehmung von Serienmorden in den USA. Die gezielte Ausnutzung jugendlicher Anhalter, die Brutalität der Taten sowie die Beteiligung mehrerer Komplizen machten diese Serie besonders erschütternd.
Heute gilt Bonin als einer der berüchtigtsten Serienmörder Kaliforniens. Er nutzte die scheinbar endlosen Highways des Bundesstaates als Tatort.