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Clifford Robert Olson Jr.
Clifford Robert Olson, Jr. wurde am 1. Januar 1940 in Vancouver, British Columbia, geboren. Er war das älteste von vier Kindern von Clifford Olson Sr. und Leona Olson. Die Familie lebte zunächst in Vancouver. Während seiner frühen Kindheit zog sie zeitweise nach Edmonton in Alberta, bevor sie nach dem Zweiten Weltkrieg nach British Columbia zurückkehrte. Olson wuchs anschließend in Richmond, einem Vorort von Vancouver, auf. Sein Vater arbeitete als Milchfahrer, seine Mutter unter anderem in einer Fischkonservenfabrik.
Bereits während seiner Schulzeit fiel Olson durch problematisches Verhalten auf. Der ehemalige Schuldirektor Bob Simpson erinnerte sich später an ihn als einen Jungen, der als Schläger und Kleinkrimineller bekannt war. Simpson berichtete, dass Olson bereits damals viel Aufmerksamkeit beanspruchte und häufig Schwierigkeiten verursachte. Auch seine schulische Laufbahn verlief problematisch. Er schwänzte den Unterricht und verließ schließlich nach der achten Klasse die Schule. Einzelne spätere Darstellungen berichten zudem von wiederholten Problemen mit Lehrern und Mitschülern. Diese Schilderungen stammen überwiegend aus späteren Rückblicken und sollten deshalb nicht überbewertet werden.
Eine Besonderheit seiner Jugend war sein Interesse am Boxsport. Quellen zufolge trainierte er als Jugendlicher und nahm an Amateurwettkämpfen teil. Die Erinnerungen an diese Zeit sind dabei nicht ausschließlich negativ: Sein früherer Boxtrainer beschrieb ihn später sogar teilweise positiv. Das zeigt, dass Olsons Jugend nicht nur aus auffälligem oder kriminellem Verhalten bestand.
Mit 17 Jahren begann schließlich seine langjährige Karriere als Straftäter. Im Jahr 1957 wurde er wegen eines Einbruchs zu neun Monaten Haft verurteilt. Kurz darauf gelang ihm die Flucht, er wurde jedoch wieder gefasst und verbrachte anschließend weitere Jahre in Haft. Dieser erste Gefängnisaufenthalt markierte den Beginn einer jahrzehntelangen kriminellen Vorgeschichte, die später einen wichtigen Hintergrund für den Fall der elf Morde bilden sollte.
Über Olsons Kindheit und Jugend existieren zahlreiche spätere Darstellungen, die ihn als besonders grausam oder als zukünftigen Serienmörder beschreiben. Einige dieser Berichte enthalten Erzählungen über angebliche Tierquälerei oder andere frühe Verhaltensauffälligkeiten. Solche Angaben sind jedoch nicht in gleicher Weise belastbar dokumentiert wie seine späteren, strafrechtlich belegten Verurteilungen. Olson zeigte bereits als Jugendlicher deutliche Verhaltens- und Schulprobleme und geriet früh mit dem Gesetz in Konflikt. Eine rückwirkende Erklärung seiner späteren Mordserie allein aus diesen Kindheitserfahrungen lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Seine erste Haftstrafe im Alter von 17 Jahren markiert somit den Übergang von einer auffälligen Jugend zu einer langjährigen kriminellen Laufbahn. Diese Entwicklung wird im nächsten Kapitel separat betrachtet. In den folgenden Jahren entwickelte sich Clifford Robert Olson zu einem notorischen Wiederholungstäter. Haftstrafen und erneute Straftaten wechselten sich ab. Dabei zeigte sich früh ein Muster: Gerichtliche Sanktionen beendeten seine kriminelle Laufbahn nicht dauerhaft. Olson wurde wegen unterschiedlicher Delikte verurteilt, darunter Einbruch, Diebstahl, Betrug und weitere Eigentums- und Vermögensdelikte. Wiederholt kam es außerdem zu Verstößen gegen Auflagen, die mit seiner Entlassung oder Bewährung verbunden waren. Mehrfach gelang es ihm, sich einer Inhaftierung oder behördlichen Kontrolle durch Flucht zu entziehen. Diese Fluchten waren kein kurzer Abschnitt seiner Biografie, sondern wiederkehrender Bestandteil seiner kriminellen Laufbahn. Nach seiner Ergreifung kehrte er jeweils in den Strafvollzug zurück.
Mit zunehmendem Alter füllte sich seine Strafakte immer weiter. Die zahlreichen Verurteilungen führten dazu, dass er über Jahre hinweg immer wieder zwischen Haft und Freiheit wechselte. Gleichzeitig eignete er sich umfassende Erfahrungen im Umgang mit Polizei, Justiz und Strafvollzug an. Seine Fähigkeit, sich an unterschiedliche Situationen anzupassen, sollte später eine wichtige Rolle spielen. Er konnte gegenüber verschiedenen Personen unterschiedliche Seiten seiner Persönlichkeit zeigen und versuchte wiederholt, aus seinen Beziehungen zu Behörden oder anderen Menschen Vorteile für sich zu gewinnen.
Bis zum Beginn der 1980er-Jahre hatte er sich dadurch eine außergewöhnlich umfangreiche kriminelle Vorgeschichte angeeignet. Spätere Zusammenstellungen seiner Strafakte nennen Dutzende Festnahmen und zahlreiche Verurteilungen. Die häufig genannte Zahl von 83 Verurteilungen bezieht sich dabei auf Olsons gesamte dokumentierte kriminelle Vorgeschichte vor seiner Verurteilung wegen der elf Morde. Diese lange Vorgeschichte ist für die spätere Entwicklung des Falls von Bedeutung, da Olson nicht erst durch die Mordserie mit den Strafverfolgungsbehörden in Berührung kam. Polizei und Justiz kannten ihn bereits seit vielen Jahren. Die wiederholten Haftstrafen hatten seine kriminelle Laufbahn jedoch nicht beendet. Als er in die frühen 1980er-Jahre eintrat, war er ein erfahrener Wiederholungstäter, der umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit Strafverfolgungsbehörden und dem Justizsystem gesammelt hatte.
Während seiner kriminellen Laufbahn lernte Clifford Robert Olson die verschiedenen Bereiche des Strafvollzugs sowie die Arbeitsweise der Strafverfolgungsbehörden kennen. Eine besondere Rolle spielte dabei seine Tätigkeit als Informant. Olson bot den Behörden wiederholt Informationen über andere Straftäter an. Für ihn konnte diese Zusammenarbeit einen praktischen Vorteil darstellen. Als Informant erhielt er Zugang zu Ermittlern und konnte sich ihnen gegenüber als jemand präsentieren, der bei der Aufklärung anderer Straftaten hilfreich sein konnte. Eine seiner bekanntesten Verbindungen zu den Behörden entstand im Zusammenhang mit dem später verurteilten Mörder Gary Francis Marcoux. Olson lieferte den Ermittlern Informationen über Marcoux und dessen Fall. Dadurch festigte sich sein Ruf als Quelle, die für die Polizei gelegentlich von Nutzen sein konnte.
Diese Stellung war für Olson besonders wertvoll, da sie ihm eine andere Position gegenüber den Behörden verschaffte. Er war nicht nur der Beschuldigte oder Gefangene, sondern konnte auch als Informant auftreten. So entstanden Kontakte zu Ermittlern, die später im Zusammenhang mit den gegen ihn geführten Ermittlungen eine besondere Bedeutung erhielten.
Olson verstand es, Informationen gezielt einzusetzen. Er wusste, dass Wissen über andere Straftäter für die Polizei interessant sein konnte und er damit Aufmerksamkeit sowie persönliche Vorteile erlangen konnte. Seine Zusammenarbeit mit den Behörden bedeutete jedoch nicht, dass er seine eigene kriminelle Tätigkeit aufgegeben hatte.
Rückblickend wurde gerade diese Beziehung zu einem problematischen Bestandteil des späteren Falls. Die Ermittler kannten ihn bereits, hatten Erfahrungen mit ihm gemacht und wussten, dass er Informationen liefern konnte. Gleichzeitig unterschätzten sie offenbar, wie gefährlich der Mann war, mit dem sie es zu tun hatten.
Olsons Rolle als Informant zeigt eine weitere Seite seiner Persönlichkeit: Er konnte nicht nur Beziehungen zu Autoritäten vermeiden, sondern sie auch gezielt für seine eigenen Interessen nutzen. Diese Fähigkeit, sich in unterschiedlichen Rollen zu präsentieren und andere Menschen zu beeinflussen, sollte bei den späteren Ermittlungen gegen ihn erneut eine zentrale Rolle spielen.
Zu Beginn der 1980er-Jahre war Clifford Robert Olson ein mehrfach vorbestrafter Mann, der umfangreiche Erfahrungen mit Haft, Bewährungsauflagen und dem Umgang mit Strafverfolgungsbehörden gesammelt hatte. Gleichzeitig war er nicht dauerhaft inhaftiert, sondern bewegte sich in Freiheit. Sein Leben außerhalb des Gefängnisses war geprägt von wechselnden Beschäftigungen und finanziellen Schwierigkeiten. Olson versuchte auf unterschiedliche Weise, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, und nutzte dabei auch seine Fähigkeit, andere Menschen für seine Vorhaben zu gewinnen. In dieser Zeit lebte er mit seiner Ehefrau Joanne zusammen. Die Ehe bestand bereits seit mehreren Jahren. Gemeinsam hatten sie Kinder. Nach außen hin konnte er damit zeitweise den Eindruck eines gewöhnlichen Familienlebens vermitteln, obwohl er eine kriminelle Vergangenheit hatte. Seine finanzielle Situation blieb jedoch schwierig. Er war immer wieder auf der Suche nach Möglichkeiten, an Geld zu gelangen. Dabei spielte seine Bereitschaft, andere Menschen zu täuschen oder ihre Erwartungen auszunutzen, eine wichtige Rolle.
Auch sein Umgang mit Behörden war von seinen bisherigen kriminellen Erfahrungen geprägt. Er wusste, wie Ermittlungen abliefen und welche Bedeutung Aussagen, Beweise und Zeugenaussagen für die Polizei hatten. Gleichzeitig hatte er durch seine frühere Tätigkeit als Informant bereits persönliche Kontakte zu einzelnen Strafverfolgungsbehörden aufgebaut. Anfang der 1980er-Jahre befand sich Olson somit in einer besonderen Ausgangssituation: Er war ein erfahrener Wiederholungstäter, kannte die Mechanismen des Justizsystems und konnte sich gegenüber seiner Umwelt unterschiedlich präsentieren. Gleichzeitig lebte er in Freiheit und hatte die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen.
Wenige Monate später begann eine Serie von Vermisstenfällen, die zunächst nicht als zusammenhängende Mordserie erkannt wurde. Die erste dieser Taten sollte den Ausgangspunkt für einen der später bekanntesten Kriminalfälle Kanadas bilden.
Das erste Opfer – Christine Anne Weller
Am 17. November 1980 verschwand die zwölfjährige Christine Anne Weller aus Surrey in British Columbia. Sie wurde an diesem Tag von Clifford Robert Olson mitgenommen. Laut Olsons späterem, von der Polizei aufgezeichnetem Geständnis brachte er das Mädchen nach Richmond, wo er ihren Tod verursachte. Anschließend blieb Christine verschwunden. Mehr als einen Monat später, am 25. Dezember 1980, wurden ihre sterblichen Überreste gefunden. Die gerichtsmedizinische Untersuchung ergab, dass sie mehrere Stichverletzungen erlitten hatte. Der Mord an Christine Weller war somit der erste der elf Tötungsfälle, für die Olson später strafrechtlich verantwortlich gemacht wurde. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch noch nicht erkennbar, dass dies den Beginn einer Mordserie darstellen würde. Der Fall blieb zunächst ein einzelnes Tötungsdelikt. Erst als in den folgenden Monaten weitere Kinder und Jugendliche verschwanden, entstand allmählich ein Zusammenhang zwischen den Fällen. Christine Weller war zwölf Jahre alt. Sie war das erste Opfer einer Serie, deren Ausmaß sich erst Monate später zeigen sollte.
Das zweite Opfer – Colleen Marian Daignault
Am 16. April 1981 verschwand die 13-jährige Colleen Marian Daignault in British Columbia. Sie wurde später mit Clifford Robert Olson in Verbindung gebracht. Dieser gab später zu, für ihren Tod verantwortlich zu sein. Ihre sterblichen Überreste wurden nach ihrem Verschwinden gefunden. Die Ermittlungen ergaben, dass Colleen Marian Daignault Opfer eines Tötungsdelikts geworden war. Der Fall wurde später Bestandteil des Strafverfahrens gegen Olson. Er bekannte sich schuldig, sie getötet zu haben, und wurde wegen Mordes ersten Grades verurteilt. Der Tod von Colleen Daignault ereignete sich nur wenige Monate nach dem Mord an Christine Weller. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch noch nicht erkennbar, dass beide Fälle Teil einer zusammenhängenden Mordserie waren. Mit Colleens Tod setzte sich die Reihe der Tötungsdelikte fort. Bereits wenige Tage später verschwand mit Daryn Todd Johnsrud ein weiterer Jugendlicher.
Das dritte Opfer – Daryn Todd Johnsrude
Im April 1981 verschwand der damals 16-jährige Daryn Todd Johnsrud in British Columbia. Sein Verschwinden fiel in eine Zeit, in der innerhalb kurzer Zeit mehrere Jugendliche nicht nach Hause zurückgekehrt waren. Die Suche nach Daryn führte zunächst zu einem weiteren Vermisstenfall. Wie in anderen Fällen dieser Zeit mussten die Ermittler rekonstruieren, wann und wo der Jugendliche zuletzt gesehen worden war und mit welchen Personen er zuvor Kontakt gehabt hatte. Später wurde Daryn Johnsrude tot aufgefunden. Die Ermittlungen ergaben, dass er einem Tötungsdelikt zum Opfer gefallen war. Nach seiner Festnahme gestand Clifford Robert Olson auch die Tötung von Daryn Johnsrude. Dieser Mord wurde später Bestandteil des Strafverfahrens gegen Olson. Wie bei den anderen zehn Fällen wurde er wegen Mordes ersten Grades verurteilt. Damit war der Fall Johnsrude ein weiterer Baustein in einer Serie von Tötungsdelikten, deren Zusammenhänge erst im weiteren Verlauf der Ermittlungen deutlich wurden. Mit dem Tod von Daryn Johnsrude setzte sich die Reihe der verschwundenen und getöteten Jugendlichen fort. Bereits wenige Wochen später sollte ein weiterer Vermisstenfall hinzukommen.
Das vierte Opfer – Sandra Lynn Wolfsteiner
Am 19. Mai 1981 verschwand die 16-jährige Sandra Lynn Wolfsteiner aus Langley in British Columbia. Sie hatte zuvor ihren Freund besucht. Anschließend wollte sie nach Hause beziehungsweise zu einem nahegelegenen Ziel zurückkehren und versuchte, eine Mitfahrgelegenheit zu bekommen. Dabei wurde sie von Clifford Robert Olson in seinem Fahrzeug aufgenommen. Olson fuhr mit ihr in Richtung Chilliwack Lake, der etwa 65 Kilometer östlich von Vancouver liegt. In einem abgelegenen Waldgebiet griff er die Jugendliche an und schlug sie so schwer auf den Kopf, dass sie an den Verletzungen starb. Sandra wurde zunächst als vermisst gesucht. Da ihr Aufenthaltsort unbekannt blieb, dauerte es mehrere Monate, bis die Ermittler Hinweise auf ihren möglichen Verbleib erhielten. Nach seiner Festnahme gab Olson an, Sandra in einem abgelegenen Gebiet nahe des Chilliwack Lake getötet zu haben. Er führte die Ermittler zu dem Ort, an dem er ihre Leiche zurückgelassen hatte. Die dort gefundenen Überreste waren jedoch aufgrund der langen Liegezeit und ihres Zustands stark beeinträchtigt. Deshalb konnte der zuständige Coroner später nicht mit absoluter Sicherheit bestätigen, dass es sich um Sandra Wolfsteiner handelte. Er erklärte, er halte die Zuordnung für wahrscheinlich, könne sie jedoch nicht endgültig beweisen. Trotz dieser besonderen forensischen Unsicherheit gestand Olson die Tötung Sandra Wolfsteiners. Der Mord wurde Bestandteil des Strafverfahrens gegen ihn und er wurde schließlich auch für diesen Fall wegen Mordes ersten Grades verurteilt. Der Fall Sandra Wolfsteiner war damit der vierte der später elf gerichtlich anerkannten Tötungsfälle. Ihr Verschwinden und die Suche nach ihren sterblichen Überresten gehörten zu den Fällen, bei denen die Ermittler zunehmend mit einer wachsenden Zahl vermisster Kinder und Jugendlicher konfrontiert waren. Nur wenige Wochen später verschwand mit Ada Anita Court erneut ein 13-jähriges Mädchen.
Das fünfte Opfer – Ada Anita Court
Am 21. Juni 1981 verschwand die 13-jährige Ada Anita Court in British Columbia spurlos. Sie wurde als vermisst gemeldet, da sie nicht an den erwarteten Ort zurückgekehrt war. Die Polizei leitete daraufhin eine Suche nach dem Mädchen ein. Später stellte sich heraus, dass Ada Court Opfer eines Tötungsdelikts geworden war. Nach seiner Festnahme übernahm Clifford Robert Olson die Verantwortung für ihren Tod. Sie wurde schließlich als eines der elf Opfer anerkannt, für deren Tötung er strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wurde. Auch in ihrem Fall bekannte er sich des Mordes ersten Grades schuldig. Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens war Ada erst 13 Jahre alt. Damit gehörte sie zu den jüngsten Opfern der später festgestellten Mordserie. Ihr Fall ereignete sich nur wenige Wochen nach dem Verschwinden von Sandra Wolfsteiner. Innerhalb weniger Monate waren damit bereits mehrere Kinder und Jugendliche verschwunden. Die Häufung der Fälle erhöhte den Ermittlungsdruck auf die Behörden. Gleichzeitig blieb die Verbindung zwischen den einzelnen Fällen zunächst schwer erkennbar. Mit dem Verschwinden von Ada Court setzte sich die Serie in immer kürzeren Abständen fort. Bereits elf Tage später, am 2. Juli 1981, verschwand der 16-jährige Simon John Partington.
Das sechste Opfer – Simon Patrick Partington
Am 2. Juli 1981 verschwand der neunjährige Simon Patrick Partington in Richmond, British Columbia. Der Junge war mit dem Fahrrad unterwegs und kehrte anschließend nicht nach Hause zurück. Sein Verschwinden löste eine umfangreiche Suche aus. Seine Familie, die Polizei und freiwillige Helfer beteiligten sich daran, Hinweise auf seinen Aufenthaltsort zu finden. Simon wurde später tot aufgefunden. Die Ermittlungen ergaben, dass er Opfer eines Tötungsdelikts geworden war. Nach seiner Festnahme gestand Clifford Robert Olson auch die Tötung von Simon Partington. Er gab an, den Jungen am Tag seines Verschwindens angesprochen und mitgenommen zu haben. Mit neun Jahren war Simon das jüngste der elf späteren Opfer, für deren Tötung Olson verurteilt wurde. Der Mord an dem Kind war ein besonders schwerwiegender Fall innerhalb der später bekannt gewordenen Serie. Zu diesem Zeitpunkt lagen den Ermittlern jedoch noch nicht alle Informationen vor, die später den Zusammenhang zwischen den einzelnen Vermisstenfällen und Olson erkennen ließen. Mit Simons Tod setzte sich die Serie der Tötungsdelikte im Sommer 1981 fort. Bereits wenige Tage später verschwand mit Judy Elizabeth Kozma erneut eine Jugendliche.
Das siebte Opfer – Judy Elizabeth Kozma
Am 19. Juli 1981 verschwand die 14-jährige Judy Elizabeth Kozma in British Columbia. Sie war als vermisst gemeldet worden, da sie nicht an den Ort zurückgekehrt war, an dem man sie erwartet hatte. Wie bei den vorherigen Fällen begann daraufhin eine Suche nach dem Mädchen. Später wurde bekannt, dass Judy Opfer von Clifford Robert Olson geworden war. Laut seiner späteren Aussage hatte er sie am Tag ihres Verschwindens getroffen und in sein Fahrzeug aufgenommen. Olson brachte die Jugendliche in ein abgelegenes Gebiet. Dort wurde sie getötet. Nach den späteren Ermittlungen und Olsons Geständnis wurde ihr Tod als Teil der Mordserie eingeordnet. Olson wurde wegen Mordes ersten Grades verurteilt. Judy Kozma war das siebte der elf Opfer, für deren Tötung Olson strafrechtlich verantwortlich gemacht wurde. Mit ihrem Verschwinden setzte sich die Serie im Juli 1981 innerhalb kurzer Zeit fort. Bereits wenige Tage später verschwand der 15-jährige Raymond Lawrence King Jr.
Das achte Opfer – Raymond Lawrence King Jr.
Am 23. Juli 1981 verschwand der 15-jährige Raymond Lawrence King Jr. in British Columbia. Er verbrachte seine Sommerferien damit, nach einer ersten Arbeitsstelle zu suchen. Am Tag seines Verschwindens hielt er sich im Canada Manpower Youth Employment Centre in New Westminster auf, einer Anlaufstelle für arbeitsuchende Jugendliche. Er war dort bereits mehrfach gewesen und den Mitarbeitern bekannt. Raymond hatte sein Fahrrad am Gebäude zurückgelassen. Er kehrte jedoch nicht mehr zurück, um es abzuholen. Sein Vater ging von Anfang an nicht davon aus, dass sein Sohn freiwillig verschwunden sein könnte. Raymond habe sein Leben genossen und sei kein Junge gewesen, der einfach weglaufen würde. Im Verlauf der späteren Ermittlungen wurde bekannt, dass Raymond an diesem Tag Clifford Robert Olson begegnet war. Olson sprach ihn unter dem Vorwand einer möglichen Arbeitsgelegenheit an. Raymond, der tatsächlich auf der Suche nach Arbeit war, ließ sich darauf ein und stieg zu ihm ins Fahrzeug. Olson fuhr mit dem Jugendlichen aus dem dicht besiedelten Gebiet hinaus in Richtung Harrison Mills und Weaver Lake. Die Fahrt führte schließlich in eine abgelegene Gegend. Dort wurde Raymond von Olson getötet. Den späteren Ermittlungsergebnissen und Olsons Geständnis zufolge wurde der Jugendliche mit schweren Schlägen gegen den Kopf getötet. Anschließend wurde sein Leichnam in einem abgelegenen Waldgebiet zurückgelassen. Die Suche nach ihm endete erst, nachdem die Ermittler seinen Verbleib rekonstruieren konnten. Sein Fahrrad, das er im Arbeitsplatzvermittlungszentrum zurückgelassen hatte, war ein wichtiger Hinweis darauf, dass er nicht freiwillig verschwunden war. Raymond King Jr. war das achte Opfer, für dessen Tötung Clifford Robert Olson später verurteilt wurde. Mit ihm hatte die Zahl der Jugendlichen, die innerhalb weniger Monate verschwunden und getötet worden waren, ein Ausmaß erreicht, das die Ermittler zunehmend vor eine gemeinsame Frage stellte: Wer war für diese Fälle verantwortlich? Nur zwei Tage später sollte mit der 18-jährigen Sigrun Charlotte Elisabeth Arnd ein weiteres Opfer hinzukommen.
Das neunte Opfer – Sigrun Charlotte Elisabeth Arnd
Die 18-jährige Sigrun Charlotte Elisabeth Arnd war 1981 als Austauschstudentin in British Columbia. Sie stammte aus Deutschland und hielt sich im Rahmen ihres Aufenthalts in der Region Vancouver auf. Am 24. Juli 1981 verschwand sie. Sie war zu diesem Zeitpunkt 18 Jahre alt und damit das älteste der später zehn weiblichen Opfer Olsons. Nach späteren Ermittlungen geriet sie in die Gewalt von Clifford Robert Olson. Er nahm die junge Frau in sein Fahrzeug auf und brachte sie in ein abgelegenes Gebiet, wo er sie tötete. Dort wurde Sigrun getötet. Olson gestand nach seiner Festnahme auch diese Tat und führte die Ermittler zu dem Ort, an dem er die sterblichen Überreste zurückgelassen hatte. Die Umstände ihres Todes wurden Bestandteil des Strafverfahrens gegen ihn. Wie in den übrigen zehn Fällen bekannte er sich auch in diesem Fall des Mordes ersten Grades schuldig. Sigrun Arnd gehörte somit zu den Opfern, deren Verschwinden innerhalb weniger Tage auf weitere Tötungsdelikte folgte. Die Ereignisse im Juli 1981 entwickelten sich zu einer besonders dichten Folge von Vermisstenfällen. Nur kurze Zeit später verschwand die 15-jährige Terri-Lynn Carson.
Das zehnte Opfer – Terri-Lynn Carson
Am 27. Juli 1981 verschwand die 15-jährige Terri-Lynn Carson aus Surrey in British Columbia. Sie hatte an diesem Tag ihr Zuhause verlassen. Kurz darauf verlor sich ihre Spur. Ihre Familie meldete sie als vermisst und die Suche nach dem Mädchen begann. Im Verlauf der späteren Ermittlungen wurde bekannt, dass Terri-Lynn an diesem Tag Clifford Robert Olson begegnet war. Er nahm sie mit und fuhr mit ihr in Richtung Agassiz, das etwa 100 Kilometer östlich von Vancouver liegt. In einem abgelegenen Gebiet wurde Terri-Lynn getötet. Als Todesursache wurde später Strangulation festgestellt. Ihre sterblichen Überreste wurden am 27. August 1981, also einen Monat nach ihrem Verschwinden, gefunden. Sie befanden sich in einem Waldgebiet im Raum Agassiz. Zu diesem Zeitpunkt war Olson bereits festgenommen worden. Die Ermittler hatten deshalb die Möglichkeit, seine Angaben mit den Fundorten und den übrigen Ermittlungsergebnissen abzugleichen. Olson gestand, Terri-Lynn Carson getötet zu haben. Ihr Fall wurde Bestandteil des Strafverfahrens gegen ihn und er wurde auch für diesen Mord ersten Grades verurteilt. Terri-Lynn war das zehnte der elf Opfer, für deren Tötung Olson strafrechtlich verantwortlich gemacht wurde. Zwischen ihrem Tod und dem letzten Mord der Serie lagen nur drei Tage. Am 30. Juli 1981 verschwand schließlich die 17-jährige Louise Simonne Marie Evelyn Chartrand, das letzte Opfer der später gerichtlich anerkannten Mordserie.
Das elfte Opfer – Louise Simonne Marie Evelyn Chartrand
Am 30. Juli 1981 verschwand die 17-jährige Louise Simonne Marie Evelyn Chartrand in British Columbia. Sie war das letzte Opfer der später gerichtlich anerkannten Mordserie von Clifford Robert Olson. Ihr Verschwinden ereignete sich nur wenige Tage nach dem Tod von Terri-Lynn Carson. Auch in ihrem Fall begann die Suche zunächst mit einer Vermisstenmeldung. Die Ermittler versuchten, ihren letzten bekannten Aufenthaltsort und die Umstände ihres Verschwindens zu rekonstruieren. Nach späteren Ermittlungen geriet Louise in die Gewalt von Clifford Robert Olson. Er nahm sie mit und brachte sie in ein abgelegenes Gebiet, wo er sie tötete. Dort wurde die Jugendliche getötet. Olson gestand nach seiner Festnahme die Tat und machte Angaben zum Aufenthaltsort der Leiche. Die Ermittler konnten dadurch den Fundort lokalisieren. Die Überreste wurden später geborgen und als die von Louise Chartrand identifiziert. Ihr Fall wurde Bestandteil des Strafverfahrens gegen Olson. Olson bekannte sich auch in diesem Fall des Mordes ersten Grades schuldig. Mit ihrem Tod endete die Reihe der elf Tötungsdelikte, für die Olson später verurteilt wurde. Zwischen dem ersten bekannten Mord an Christine Weller im November 1980 und dem Verschwinden von Louise Chartrand lagen etwas mehr als acht Monate. Zu diesem Zeitpunkt wussten die Ermittler noch nicht, dass sie es mit einem einzigen Täter zu tun hatten, der für alle elf Fälle verantwortlich war. Die Verbindung zwischen den einzelnen Vermisstenfällen und Tötungsdelikten wurde erst durch die weiteren Ermittlungen hergestellt.