SERIENKILLER

Tatzeitraum & Opfer

Aktiv von 1970
Bis 1987
Bestätigte Opfer 4
Aktionsradius St. Petersburg, Florida, USA
Opfergruppen Frauen, Männer

Modus Operandi & Motive

Modus Operandi Er wählte Menschen, die allein waren, körperlich schwächer und leicht zu kontrollieren waren (z. B. ältere Frau, Partnerin, isolierte Bekannte)
Hauptmotive Sexuelle Dominanz und Gewalt = Kontrolle, tödliche Gewalt bei emotionaler Eskalation, Raub, Vergewaltigung und um Zeugen zu beseitigen
Typologie Er tötete, um zu rauben, zu vergewaltigen und zu dominieren oder Zeugen zu beseitigen

Rechtliches

Festnahmejahr 1992
Urteil Lebenslange Haft
Haftform Gefängnis
Bild 1
Dieses Bild stammt von einer staatlichen Behörde des US-Bundesstaates Florida. Es ist eine öffentliche Akte und daher (in den USA) gemeinfrei (Public Domain).


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Tony Alvin Ables
Er war kaum älter als ein Junge, als er ins Verbrechen abglitt. Tony Alvin Ables wuchs in St. Petersburg, Florida, auf, eine typische Biografie für spätere Gewalttäter: brüchig, früh belastet, von kleinen Delikten durchzogen. Im Alter von 15 oder 16 Jahren eskalierte ein Raubüberfall tödlich. Ein Mann wurde erschossen. Ables gestand und wurde 1971 wegen Totschlags zu lebenslanger Haft verurteilt.

Doch das Strafsystem gab ihm eine zweite Chance. Nach rund zwölf Jahren wurde er 1983 auf Bewährung entlassen. Er kehrte in eine Gesellschaft zurück, die nicht ahnte, dass sie bald erneut mit seinem Namen konfrontiert werden würde.

Am 25. Juni 1983 wurde die 84-jährige Adeline McLaughlin tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Sie war beraubt, sexuell misshandelt und mit einem Kissen erstickt worden. Der Mord erschütterte die Nachbarschaft, doch die Ermittler kamen nicht voran. Auch der Mord an der 31-jährigen Deborah Kisor, deren Leiche im Februar 1987 nahe des Roser Parks mit Spuren sexueller Gewalt entdeckt wurde, blieb zunächst ungeklärt. Zwei Frauen, zwei grausame Verbrechen und jahrzehntelang keine Antworten.

Die Verurteilung, die Ables schließlich ins Gefängnis brachte, beruhte zunächst auf einer anderen Tat. Am 4. Juni 1990 wurde er nach einem eskalierenden Streit mit seiner damaligen Partnerin Marlene Burns festgenommen. Zeugen berichteten, dass sie schwer misshandelt worden sei. Nachbarn hatten die Polizei gerufen und beobachtet, wie Ables Blut von seinen Händen wischte. 1992 sprach ihn eine Jury schuldig und empfahl die Todesstrafe. Der Richter entschied sich jedoch für eine lebenslange Haftstrafe.

Erst Jahre später wurden die offenen Kapitel der Vergangenheit geschlossen. Mit moderner DNA-Technik untersuchten Ermittler in St. Petersburg alte Spuren neu. Im Jahr 2006 ergab der Abgleich, dass die DNA von Ables mit den biologischen Spuren an den Körpern von Adeline McLaughlin und Deborah Kisor übereinstimmte. Was jahrzehntelang unbeantwortet geblieben war, erhielt plötzlich eine Antwort.

In Kisors Fall verzichteten die Behörden auf eine weitere formelle Anklage, da sie mit Ables liiert gewesen war. Der Mord an McLaughlin gilt offiziell als aufgeklärt. Ermittler schlossen jedoch nicht aus, dass Ables noch mit weiteren ungeklärten Taten in Verbindung stehen könnte.

Der Fall Tony Ables steht exemplarisch für zwei zentrale Realitäten moderner Strafverfolgung: die Risiken frühzeitiger Entlassungen bei hochgefährlichen Gewalttätern und die Macht der forensischen Wissenschaft. DNA kann kein Leben zurückbringen, aber sie kann der Wahrheit einen Namen geben. Für die Angehörigen der Opfer ist das oft der einzige späte, aber unverzichtbare Trost.


Weitere dokumentierte Hinweise

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Chronologie der Taten und Verurteilungen von Tony Ables
1970–1971: Erste Tötung als Jugendlicher
Im Jahr 1970, im Alter von etwa 15 oder 16 Jahren, tötete Tony Ables bei einem Raubüberfall in St. Petersburg, Florida, einen Mann.
Für diese Tat wurde er 1971 wegen Totschlags verurteilt. Das Gericht verhängte eine lebenslange Haftstrafe. Trotz der Schwere des Verbrechens wurde Ables nach rund zwölf Jahren Haft im Jahr 1983 auf Bewährung entlassen.

25. Juni 1983: Mord an Adeline McLaughlin
Nur wenige Monate nach seiner Entlassung wurde Adeline McLaughlin, 84, tot in ihrer Wohnung in St. Petersburg aufgefunden.
Sie war beraubt, sexuell missbraucht und mit einem Kissen erstickt worden. Der Mord blieb zunächst ungeklärt. Erst mehr als zwanzig Jahre später ergab eine DNA-Analyse, dass Ables der Täter war.

14. Februar 1987: Tod von Deborah Kisor
Am Valentinstag des Jahres 1987 wurde die 31-jährige Deborah Kisor nahe der Roser-Park-Brücke in St. Petersburg tot aufgefunden. Auch hier gab es Anzeichen sexueller Gewalt.
Der Fall blieb lange ungelöst, bis im Jahr 2006 DNA-Spuren eindeutig zu Tony Ables führten. Kisor war zu Lebzeiten mit ihm liiert.

4. Juni 1990: Mord an Marlene Burns
Am 4. Juni 1990 eskalierte ein Streit zwischen Ables und seiner damaligen Lebensgefährtin Marlene Burns in einer Wohnung nahe der Grove Street in St. Petersburg.
Nachbarn alarmierten die Polizei. Burns wurde schwer misshandelt aufgefunden und erlag später ihren Verletzungen. Ables wurde noch am Tatort festgenommen.

1992: Verurteilung zu lebenslanger Haft
Tony Ables wurde 1992 wegen des Mordes an Marlene Burns verurteilt. Die Jury sprach sich für die Todesstrafe aus, doch der Richter wandelte das Urteil in eine lebenslange Haftstrafe um. Diese Strafe verbüßt Ables bis heute.

2006: DNA schließt die offenen Fälle

Mehr als zwei Jahrzehnte nach den Morden an McLaughlin und Kisor wurden alte Beweismittel mit modernen DNA-Methoden neu untersucht.
Dabei ergaben sich an beiden Tatorten eindeutige Treffer zu Tony Ables. Damit ist er nicht nur für den Mord an Burns, sondern auch für zwei weitere Tötungsdelikte verantwortlich.

Tony Ables ist offiziell wegen mindestens zwei Tötungsdelikten verurteilt:
• 1971 für einen Raubmord als Jugendlicher
• 1992 für den Mord an Marlene Burns

Durch DNA-Beweise gilt er zusätzlich als Täter der Morde an:
• Adeline McLaughlin (1983)
• Deborah Kisor (1987)

Sein Fall zeigt ein besonders düsteres Muster: Ein früh verurteilter Gewaltverbrecher wurde auf Bewährung entlassen und beging anschließend mehrfach Morde, bevor die Justiz ihn endgültig stoppte.

2

Tony Alvin Ables
Tony Alvin Ables war kein „Serienkiller aus Fantasie“, sondern ein instrumenteller Gewalttäter mit sexueller Komponente. Das bedeutet, dass er nicht aus Lust am Töten mordete, sondern um Macht, Kontrolle, sexuelle Befriedigung und materiellen Nutzen zu erlangen sowie um Zeugen zu beseitigen.

Persönlichkeitsstruktur
Ables zeigte das typische Profil eines früh kriminell sozialisierten Gewalttäters.
Frühe Gewalt - bereits mit 15 Jahren Tötung.
Impulskontrolle - extrem niedrig.
Empathie - stark vermindert.
Schuldgefühl - kaum vorhanden.
Beziehungen - besitzergreifend, kontrollierend.
Frauenbild - Objektivierung.
Sexualität - gewaltgebunden.

Er entwickelte früh das Muster, dass Probleme mit Gewalt gelöst werden. Die Taten begannen meist als Raub, Streit, sexuelle Annäherung oder Beziehungskonflikt. Doch sie eskalierten schnell. Ables griff dann zu Schlägen, Würgen/Ersticken oder sexueller Gewalt. Leistete das Opfer Widerstand, erkannte ihn oder gewann die Kontrolle zurück, wurde es getötet. Es handelte sich nicht um „ritualisierte“ Morde, sondern um brutale Zweckgewalt.

3

Warum er kein „klassischer Serienkiller“ war
Ables hatte:
❌ keine Fantasiewelten
❌ keine Trophäen
❌ keine Rituale
❌ keine Symbolik

Er war ein Gewalttäter, der wiederholt tötete, weil er immer wieder dieselben Situationen eskalieren ließ. Seine Serienmorde entstanden nicht aus Planung, sondern aus immer wiederkehrender Gewaltbereitschaft. Sein inneres Motiv war: „Ich habe ein Recht auf Kontrolle, Sex und Besitz.“. Wenn jemand das störte, wurde diese Person zum Ziel.

Das extrem Gefährliche an Ables
Er wurde nach einer Tötung wieder freigelassen. Er kehrte als emotional instabil, sexuell aggressiv und ohne Hemmschwelle zur Gewalt in die Gesellschaft zurück. Das führte direkt zu weiteren Morden.

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